Pläne für Seniorenzentrum liegen auf Eis

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Die Aufstockung des Seniorenzentrums liegt derzeit auf Eis. In einem zusätzlichen Geschoss sollen weitere 26 Pflegeplätze entstehen.

WERDOHL -    Eigentlich sollte das Seniorenzentrum Werdohl schon längst um 25 neue Pflegeplätze erweitert werden. Geplant war, wie berichtet, das bestehende Gebäude an der Schulstraße für rund drei Millionen Euro um eine komplette Etage zu erweitern. Im Herbst des vergangenen Jahres sollten die ersten Schwerlasttransporter mit vorgefertigten Modulen für den Aufbau in Werdohl vorfahren. Doch daraus wurde bis heute nichts.

„Damals gab es Probleme mit der Statik“, erklärt Matthias Germer, Geschäftsführer der Märkischen Seniorenzentren GmbH, eine Tochter der Märkischen Gesundheitsholding, jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Anfang des Jahres mussten die Verantwortlichen aus Lüdenscheid einen erneuten Rückschlag hinnehmen: die Pläne der Landesregierung zur Änderung des Landespflegegesetzes. In diesem Gesetz sei laut Germer unter anderem die Refinanzierung für Investitionskosten geregelt. Die Regierungskoalition von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verfolge mit der Novelle das Ziel, künftig vor allem ambulante Betreuungsformen zu unterstützen. Im Rahmen der Gesetzesänderung gehe es bezügliche des geplanten Bauvorhabens in der Stadt an Lenne und Verse für die Märkische Seniorenzentren GmbH um erhebliche Beträge. „Wir sprechen von jährlichen Einnahmen oder Nichteinnahmen in Höhe von 90 000 Euro. Die Aufstockung des bestehenden Gebäudes in Werdohl darf für den Träger kein Zuschussgeschäft werden,“ so Germer weiter. Die Märkische Seniorenzentren GmbH hoffe nun, dass für die geplante Aufstockung noch eine so genannte Besitzstandswahrung greife.

„Wer sein Vorhaben bis zu einem gewissen Stichtag in 2008 angemeldet hatte, für den galten noch sehr gute Bedingungen“, so Germer und fügt hinzu: „Wir hoffen nun, dass die Besitzstandswahrung für uns greift, sonst ist das Projekt für uns nicht zu finanzieren“, sagt Germer. Er sei diesbezüglich aber „gebremst optimistisch.“

Der erste Entwurf der Gesetzesänderung sollte bis zur Sommerpause überarbeitet werden. Die Märkische Seniorenzentren GmbH habe bereits Kontakt zu den heimischen Landtagsabgeordneten aufgenommen, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Für das Seniorenzentrum Werdohl gebe es mehr Anfragen als Plätze. Eine Bedarfsanalyse habe vor dem Hintergrund des bevorstehenden demografischen Wandels gezeigt, dass die Aufstockung sinnvoll sei. Die Kosten, die der Märkischen Seniorenzentren GmbH bisher entstanden seien, lägen im sechsstelligen Bereich. „Es sind eher 200 000 Euro als 100 000 Euro,“ weiß der Geschäftsführer.

Von Ute Heinze

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