Vorfall im Bahnhofsviertel

Pizza-Unfall: 19-Jähriger vor Gericht geständig

Mit dem Kauf einer Pizza fing alles an. Schließlich musste sich ein Werdohler vor Gericht verantworten.
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Mit dem Kauf einer Pizza fing alles an. Schließlich musste sich ein Werdohler vor Gericht verantworten.

Geständig hat sich ein 19-jähriger Werdohler im Amtsgericht Altena gezeigt: „Ich war ein bisschen zu schnell – das gebe ich zu“, erklärte er. Mehrere Zeugen, die die daraus resultierende Kollision miterlebt hatten, mussten deshalb gar nicht gehört werden.

Nach Angaben des Angeklagten war seine Geschwindigkeitsüberschreitung am 17. März nicht allzu spektakulär: 50 Stundenkilometer statt der erlaubten 30 am Bahnhofsvorplatz in Werdohl. Doch eine scharfe Kurve und eine ins Rutschen geratene Pizza auf dem Beifahrersitz verhinderten, dass er diese Kurve sicher durchfuhr: „Ich habe auf das Essen geachtet und zu stark gelenkt. Dann konnte ich nicht mehr klar denken.“ Laut Anklage, die dem 19-Jährigen eine „grob verkehrswidrige und rücksichtslose Fahrt vorwarf“, war das Heck seines BMW bei der Kurvenfahrt ausgebrochen.

Das Fahrzeug kam ins Schleudern und drückte ein anderes Auto gegen eine Hauswand. Allein der Schaden an dem fremden Fahrzeug soll bei 10 500 Euro gelegen haben.

Imponiergehabe Grund für den Unfall?

Der Angeklagte bestritt, dass er mit seiner flotten Kurvenfahrt irgendjemandem habe imponieren wollen. „Ich wollte einfach nur schnell nach Hause.“ Kostete also sein Wunsch, die Pizza noch heiß genießen zu können, seinen Vater das Auto? Oder sind 190 PS einfach zuviel für einen 19-Jährigen, der im Straßenverkehr noch ein Lehrling ist? Der ansonsten recht geradlinige Lebensweg des 19-Jährigen sowie seine schulischen und beruflichen Ziele sprachen allerdings für einen durchaus vernunftbegabten jungen Mann.

Richter und Staatsanwältin verständigten sich deshalb auf eine Einstellung des Jugendstrafverfahrens. Nach fünf Monaten ohne Führerschein bekam der Angeklagte zudem noch im Gerichtssaal seinen „Lappen“ zurück. Im Gegenzug verzichtete der Werdohler auf eine Entschädigung für die „erlittenen Strafverfolgungsmaßnahmen“. Außerdem muss er 50 Sozialstunden ableisten.

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