Nach Ostern geht es los

Pilotprojekt im MK: So erhalten Schüler Hilfe für den Berufsstart

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Die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) nimmt an einem Pilotprojekt teil, in dem Ausbildungspaten junge Menschen beim Start ins Berufsleben unterstützen sollen. Dagmar Schulz und Guido Kientopf vom Märkischen Kreis, Sven Stocks und Katja Galatsch von der AEG sowie Kersten Alameddine von der Agentur für Arbeit (von links) haben jetzt Details besprochen.

Werdohl – Nicht immer erhalten junge Menschen von ihren Eltern die notwendige Hilfe in allen Fragen rund um die Berufswahl. Und nicht immer wollen sie in der Phase der Berufswahl gut gemeinte Ratschläge ihrer Eltern oder Lehrer annehmen.

Dann kann vielleicht jemand helfen, der mehr Abstand, aber gleichzeitig einen „Draht“ zu jungen Menschen hat. Genau solche Personen suchen jetzt der Märkische Kreis, die Agentur für Arbeit und die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) in Werdohl. 

„Es gibt immer wieder Schüler, die den Übergang von der Schule ins Berufsleben nicht hinbekommen“, sagt Guido Kientopf, Bildungskoordinator im Fachdienst Bildung und Integration des Märkischen Kreises. Dabei seien sie oftmals sehr motiviert und hätte auch eine gute Schulausbildung. Wo dann aber Eltern und Lehrer mit ihrem Latein am Ende seien, könnten unter Umständen andere Ansprechpartner helfen. Kientopf nennt sie Ausbildungspaten. Sie sollen nach seiner Vorstellung als feste Ansprechpartner für die Schüler dienen, mit ihnen beispielsweise Vorstellungsgespräche üben, Bewerbungen schreiben, sie auf Eignungstests vorbereiten oder ihnen ein Praktikum oder sogar einen Ausbildungsplatz vermitteln und sie so beim Einstieg ins Berufsleben begleiten. 

Projekt soll nach Ostern starten

In Lüdenscheid, Iserlohn und Menden gibt es bereits solche Patenprojekte, organisiert von kirchlichen und privaten Trägern. Das für Werdohl geplante Projekt soll erstmals gemeinsam vom Märkischen Kreis und der Agentur für Arbeit getragen werden. Starten soll es nach den Osterferien mit zunächst etwa fünf Ausbildungspaten, die ehrenamtlich Jugendlichen Anschubhilfe auf ihrem Weg in den Beruf geben. Das Pilotprojekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und wird nur in Werdohl erprobt. „Perspektivisch soll es aber auch in anderen Städten des Märkischen Kreises durchgeführt werden“, betont Kientopf. 

Das Konzept für das Pilotprojekt steht bereits, das Wichtigste jedoch fehlt noch: Menschen, die über ein gewisses Maß an Berufserfahrung verfügen, zeitlich flexibel und vor allem bereit sind, junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Geeignet seien vielleicht Ruheständler, die noch eine sinnvolle Beschäftigung suchen, glaubt Kersten Alameddine, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit. Wichtig sei dabei, dass sie gut mit jungen Menschen umgehen können, betont Guido Kientopf. Auf ihre Aufgabe würden sie einer kleinen Schulung allerdings auch noch vorbereitet. 

Paten arbeiten ehrenamtlich

Geld bekommen die Ausbildungspaten für ihre Tätigkeit nicht, sie arbeiten ehrenamtlich. „Es gibt nur eine monatliche Aufwandsentschädigung von 30 Euro“, sagt Kientopf. 

Sven Stocks, kommissarischer Leiter der AEG, freut sich darüber, dass seine Schule an dem Pilotprojekt teilnehmen kann. „Wir wollen ja, dass möglichst kein Schüler durchs Netz fällt“, sagt er über das Bemühen, alle Jugendlichen nach der Schulzeit auch in eine Berufsausbildung zu bringen. Als Lehrer weiß er, dass das nicht immer leicht ist: „Manche müssen nur erst auf den richtigen Weg gebracht werden.“

Wer sich für die Tätigkeit als Ausbildungspate interessiert, kann sich beim Märkischen Kreis an Guido Kientopf (E-Mail: g.kientopf@maerkischer-kreis.de, Tel. 02351/9666268) oder Dagmar Schulz (E-Mail: d.schulz@maerkischer-kreis.de, Tel. 02351/9666518) wenden.

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