Pfusch beim Bau der Friedenskirche

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Auf einer Breite zwischen zwei und drei Metern muss die Fläche vor und rund um den Turm der Evekinger Friedenskirche nach einem Wasserschaden geöffnet werden.

Werdohl - Fast 60 Jahre nach der Einweihung vom 4. November 1956 ist im Turmbereich der Friedenskirche in Eveking Pfusch am Bau nachgewiesen worden. Auslöser für diese späte und kostenmäßig nicht mehr geltend zu machende Erkenntnis war ein zunächst eher harmlos anmutender Wasserschaden im Herbst vergangenen Jahres.

Da nämlich war festgestellt worden, dass im kleinen Jugendraum im Keller der Kirche eine Wand feucht war. Darüber hinaus lösten sich auf den Herren-Toiletten auf einer Fläche von rund zwei bis drei Quadratmetern Fliesen, und auf der Damen-Toilette war Schimmelbildung entdeckt worden. In der Summe, so Bau-Kirchmeister Gerd Petersmann, seien das ausreichend viele Gründe gewesen, um den Fall genauestens untersuchen zu lassen. Dabei wurde dann herausgefunden, „dass das Wasser im Wesentlichen von außen in die Räume unter dem Turm drang.“

Damit blieb nach dem Rat eines Architekten als einzige Maßnahme, den Schaden nicht von innen zu beheben. Vielmehr musste die Fläche vor und rund um den Turm auf einer Breite zwischen zwei und drei Metern geöffnet werden, um sich bis zum Fundament vorgraben zu können. Der Zugang zur Kirche war durch den Eingang zum Gemeinderaum weiterhin gewährleistet.

In einer Baugruben-Tiefe von gut drei Metern war dann nicht nur die Feuchtigkeit besonders groß. Es sei nach den Worten des Bau-Kirchmeisters auch festgestellt worden, „dass damals kein Isoliermaterial verwendet wurde und warum auch immer zum Teil Rigips-Platten an den Außenwänden angebracht worden waren“. Zudem war herausgefunden worden, dass auch das Podest vor dem Hauptportal der Friedenskirche nicht dicht war, sodass auch die Stufenplatten entfernt werden mussten.

Diese Schäden werden nun fachmännisch beseitigt, das Gemäuer wird getrocknet, dann neu und nachhaltig isoliert. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt, das Podest mit den Stufenplatten hergestellt und die Pflasterung erneuert. Alles in allem, so Bau-Kirchmeister Petersmann, liegen die Kosten für die durchgeführten und noch ausstehenden Maßnahmen nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse bei deutlich mehr als 20 000 Euro.

Der Tiefbau-Unternehmer, so Petersmann, „hat uns zugesichert, dass die Arbeiten bis zur Konfirmation abgeschlossen sein werden.“ Dann – am 25. Mai – werden neun Mädchen und 13 Jungen von Pfarrer Dirk Grzegorek in der Friedenskirche eingesegnet.

Von Rainer Kanbach

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