Pflanzenverkauf in Gärtnerei beginnt zwei Wochen früher

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Gärtnereiinhaber Peer Römer.

Werdohl - Gärtnereiinhaber Peer Römer freut sich. Nach drei schneereichen und kalten Wintern hat der Pflanzenverkauf in diesem Jahr bereits zwei Wochen früher begonnen. Insbesondere Stiefmütterchen und Hornveilchen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wenn Peer Römer an die Winter 2010 bis 2013 denkt, kommen schlimme Erinnerungen in ihm hoch. So hätten 2010/2011 und 2011/2012 große Schneemassen jeweils mehr als 100 Scheiben der Gewächshäuser zerstört. Danach sei es teilweise nicht möglich gewesen, die für die Pflanzen nötige Temperaturen in den einzelnen Abteilungen zu halten, was dazu geführt habe, dass ein paar Teile des Gewächshauses nicht genutzt werden konnten. Zudem habe der Schnee das für die Pflanzen wichtige Licht genommen.

Der Winter 2012/2013 sei bis in den April hinein sehr kalt gewesen. Da der gefrorene Boden nicht bearbeitet werden konnte, habe auch der Pflanzenverkauf erst drei Wochen später begonnen. Eine Folge dessen war Platzmangel. Denn: Sobald die Stiefmütterchen verkauft sind, gehört der Platz den Eisbegonien. Im vergangenen Jahr mussten sich die beiden Sorten den Platz teilen. Normalerweise stehen die Stiefmütterchen von Topfmitte zu Topfmitte im Abstand von zwölf Zentimetern zueinander. Das war im vergangenen Jahr nicht möglich. Als Folge mussten 27 000 Töpfe einmal mehr umgestellt werden, was für einen Mitarbeiter eine ganze Woche Arbeit bedeutete.

Solche Probleme gebe es in diesem Jahr nicht. „Es ist alles entspannt“, sagt Römer, während er an der Topfmaschine kleine Pflanzen in die Erde drückt. Durch den frühen Verkauf sei der Platz für die Eisbegonien rechtzeitig frei, was jede Menge Arbeit erspare. Ohne Schnee auf den Dächern würden die Pflanzen länger mit Licht versorgt. Und so seien sie in diesem Jahr schneller gewachsen und von intensiverer Farbe als in den Vorjahren.

Beim Thema Farbe werde sowohl bei den Primeln, als auch bei den Stiefmütterchen und Hornveilchen gelb am meisten gekauft. Aber auch Sonderfarben wie midnight-blue, purple-white und chaplin seien beliebt. Einen vermehrten Absatz verzeichnet Römer seit einiger Zeit bei der Farbe butterfly-lila-white-yellow. Irgendwann hätte Römer ein paar Pflanzen dieser Färbung ins Sortiment aufgenommen. Seither bestelle er jedes Jahr mehr.

Nach den drei harten Wintern hätten die Menschen keine Lust mehr auf weiße Blumen gehabt. Deshalb habe Römer für dieses Jahr weniger weiße Stiefmütterchen und Hornveilchen im Angebot. Während Stiefmütterchen und Hornveilchen bereits bedenkenlos eingepflanzt werden könnten, sei bei Primeln Vorsicht geboten. „Sie sind frostempfindlich“, weiß Römer. Sie sollten bei Frost abgedeckt oder reingeholt werden.

Abgedeckte Stämmchen, wie Rosen, sollten bei der jetzigen Witterung unbedingt von ihrer Winterabdeckung befreit werden. „Sonst fangen sie an zu schwitzen und faulen. Bei den offenen Böden entwickeln sich die Pflanzen schon und brauchen daher Licht.“ Bei überwinterten Pflanzen im Keller oder Wintergarten „gewinnt jetzt der Fleiß“, sagt Römer. Bei Fuchsien und Geranien könnte die Photosynthese einsetzen und die Pflanzen könnten Energie tanken. Bei Frost sollten sie aber dringend wieder reingeholt werden. - Von Jana Peuckert

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