Pflanzenmeer in der Gärtnerei von Peer Römer

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Werdohl - Weihnachtssterne, soweit das Auge reicht – etwa 7000 Stück beherbergt Peer Römer derzeit in seiner Gärtnerei. Die Pflanzen variieren nicht nur in der Größe, sondern kommen auch farblich sehr abwechslungsreich daher.

Beheimatet ist die Euphorbia pulcherrima, wie der lateinische Name des Weihnachtssterns lautet, in den Hochebenen Mexikos, erklärt Peer Römer. 1835 sei sie dann erstmals über die Landesgrenzen in die USA gelangt. Anfangs sei sie nur auf Beeten als Schnittblume gezüchtet worden. Mitte der 60er Jahre sei es schließlich gelungen, den Weihnachtsstern kompakter zu züchten. „Man hat gedrungene Weihnachtssterne mit anderen gedrungenen Weihnachtssternen gekreuzt, bis sie als Topfpflanze fürs Fensterbrett geeignet waren“, erzählt Römer.

Inzwischen gebe es den Stern in vier verschiedenen Größen. Die Mini-Pflanzen würden etwa acht Zentimeter, Midi-Pflanzen etwa zwölf und die Standardgröße von 25 bis 30 Zentimetern hoch. Immer mehr Menschen neigten zu großen Büschen, die eine Höhe von bis zu 90 Zentimetern erreichten. „Früher hat man sich Bodenvasen mit Gladiolen oder Chrysanthemen hingestellt. Das ist aber aus der Mode gekommen. Jetzt geht die Tendenz zu Solitärpflanzen“, erklärt Römer.

Auch farblich ist der Weihnachtsstern breit aufgestellt. Neben dem klassischen Rot, präsentieren sich die Pflanzen in Cremeweiß oder Zitronenfarbe. Immer beliebter würden auch mehrfarbige Varianten. So weist die Züchtung Picasso gesprenkelte Blätter auf. Bei der Ice Crystal sind die Außenränder rot und die Mitte zunächst schwach weiß. Bis Weihnachten nehme die Intensität der weißen Farbe immer mehr zu, bis ein starker Kontrast entstehe.

Wer lange etwas von seinem Weihnachtsstern haben möchte, müsse einige Dinge beachten, weiß der Experte. Das Fensterbrett sei der ideale Standort. Große Büsche sollten ebenfalls hell stehen. Die Temperatur sollte mindestens 14 Grad Celsius betragen. Zudem sollte verhindert werden, dass sich das Laub durch zu warme Heizungs- oder durch Zugluft bewegt: „Das mag er nicht.“ Auch nasse Füße sollten verhindert werden, da die Wurzel sonst schnell faule und damit die Versorgung der oberen Pflanze mit Wasser und Nährstoffen unterbrochen werde.

Ungünstig sei auch ein Standort in unmittelbarer Nähe einer Obstschale. Insbesondere von Äpfeln gehe ein Reifegas aus. Gelangt dieses an den Stern, führe es zur Überreife, da der Stern ein eigenes Gas produziere. Als Konsequenz baue der Weihnachtsstern schneller ab, die bunten Blätter verlören ihre Farbe. Bei den Blättern handele es sich nicht um die Blüte. Die befinde sich nur in der Mitte der Pflanze und sei recht klein. Um die Blüte herum bilde sich die sogenannte Braktee. Das seien eigentlich grüne Blätter, die in Farbe umgewandelt würden. Sinn dieser Umwandlung sei, die Pflanze interessanter für Insekten zu machen.

Wenn der Weihnachtsstern die ersten drei Wochen nach dem Kauf gut überstanden habe, hätten die Kunden meist bis Ostern eine farbenprächtige Pflanze, so Römer. Danach würde die Farbe verblassen. Einige seiner Kunden hätten jedoch ein gutes Händchen. Beim Weihnachtsstern handele es sich um eine sogenannte Kurztagspflanze. Sie benötige längere Dunkelphasen. Eine Kundin verstaue ihren Weihnachtsstern daher zwischenzeitlich im Schrank. Dafür würde sie zwar von ihren Mitmenschen oft belächelt, letztlich ernte sie jedoch auch stets Lob für ihren prachtvollen Stern.

Auch in der Gärtnerei werde den Pflanzen mittels Abdeckungen für die Fenster, kürzere Tage „vorgegaukelt“. Günstig seien 14 Stunden Dunkelheit und zehn Stunden Tageslicht. Die Anlage simuliere diesen Rhythmus. Bereits am dritten Tag ändere die Pflanze ihr Verhalten und bilde Anlagen zur Knospenbildung aus. Nach 14 Tagen seien diese dann sichtbar. Auf diese Weise könnte garantiert werden, dass die Sterne rechtzeitig ihre volle Pracht entfalten. - Von Jana Peuckert

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