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Pfarrer bedauert: Wir haben in der Pandemie Menschen verloren“

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Von: Michael Koll

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Zur Gemeindeversammlung waren im Vergleich zu früheren Informationsveranstaltungen deutlich weniger Menschen in die Christuskirche gekommen. Weil keine Masken getragen werden brauchten, konnten sich alle wieder in die Gesichter schauen.
Zur Gemeindeversammlung waren im Vergleich zu früheren Informationsveranstaltungen deutlich weniger Menschen in die Christuskirche gekommen. Weil keine Masken getragen werden brauchten, konnten sich alle wieder in die Gesichter schauen. © Michael Koll

Deutlich weniger Interessierte als sonst kamen zur Gemeindeversammlung der Werdohler evangelischen Kirchengemeinde am Dienstagnachmittag in die Christuskirche. Dennoch freute sich Pfarrer Dirk Grzegorek: „Es ist schön, endlich einmal wieder in Gesichter zu schauen, die mit ganz unterschiedlicher Biografie und Herkunft heute hierher gekommen sind.“

Werdohl ‒ „Bei all dem Corona-Gedöns, das wir derzeit aushalten müssen“, sei ein Treffen von Angesicht zu Angesicht etwas Besonderes. „So habe ich ganz neue Wörter in den vergangenen zwei Jahren gelernt – etwa Präsenzgottesdienst,“ sagte Grzegorek. Auch wenn die Rücknahme der Pandemie-Einschränkungen auch wieder klassische Gottesdienste zulässt, das Angebot der Liveübertragungen im Internet werde bestehen bleiben.

Unter dieser Vorrede startete die erste Gemeindeversammlung seit der Neuwahl des Presbyteriums im Frühjahr 2020, also zu Beginn der gesundheitspolitischen Maßnahmen gegen Covid 19. Eine Stelle in diesem Presbyterium sei bereits wieder vakant. Maren Bast habe sich aus persönlichen Gründen aus diesem Gremium bereits wieder zurückgezogen, sagte Grzegorek. Ein möglicher Interessent, der diesen Posten übernehmen wolle, könne von den verbliebenen Presbyteriums-Mitgliedern kooptiert werden.

Bast arbeite weiter im „starken Kindergottesdienst-Team“, welches sie gemeinsam mit Christian Wonneberger leite. Dieses Team habe die Kindergottesdienste neu organisiert und folgenden festen Rahmen vorgegeben: Am ersten und zweiten Sonntag eines Monats werden Drei- bis Zwölfjährige in der Christuskirche, am dritten und vierten Sonntag in der Friedenskirche betreut.

Ab dem Ewigkeitssonntag, 21. November, soll wieder in vereinzelten Gottesdiensten das Abendmahl gefeiert werden, kündigte Grzegorek weiter an. „Das ist der Stand heute“, sagte er. Der Pfarrer erinnerte an die Freiluftgottesdienste auf dem Gut Bauckloh sowie auf den Lennewiesen. „Diese waren sehr gut besucht“, freute er sich.

Trotz neuer Veranstaltungsformen und Herangehensweisen sei ihm klar: „Wir haben in der Pandemie auch Menschen verloren.“ Er führte zudem aus: „Gleichzeitig ist der Zusammenhalt unter den Hauptamtlichen ein anderer geworden. Das ist nun intensiver.“ Gemeindepädagogin Kerstin Sensenschmidt, Vikar Andreas Hoenemann, Pfarrer Buschhaus und er selbst seien „ganz unterschiedliche Menschen –und das wird auch so bleiben“, deutete er an, dass der neue Zusammenhalt nicht ganz ohne Reibungen vonstattengehe, die aber wohl auch produktiv seien.

Grzegorek führte aus: „Wir arbeiten im November nun weiterhin ganz bewusst mit der sogenannten 3G-Regel. Wir folgen damit unverändert den Empfehlungen der Landeskirche.“ Weiter in die Zukunft schauen könne er derzeit noch nicht. „Wie das im Advent alles wird, müssen wir mal gucken“, ließ er eine für wohl viele Anwesende drängende Frage vorerst noch unbeantwortet. Auch für Gruppentreffen in den jeweiligen Gemeindehäusern gelte momentan noch die 3G-Regel, schloss er seine Ausführungen.

Pfarrer Martin Buschhaus ging auf die Seniorenarbeit der Gemeinde ein, für die er gemeinsam mit Regina Berkeymeyer verantwortlich zeichnet. Corona habe dabei zu ganz neuen Wegen geführt. So seien Predigten in Briefen an jene Gemeindemitglieder verschickt worden, die nicht mit dem Computer einer Gottesdienst-Übertragung folgen könnten. Später habe es mit den Senioren Open-Air-Treffen gegeben, die vorerst noch bis Ende des Jahres weiter stattfinden sollten.

Buschhaus berichtete aus der Praxis: „Früher konnten wir zum Krankenhaus gehen und an der Pforte fragen, welche Gemeindeglieder dort derzeit liegen. Das ist jetzt aufgrund des Datenschutzes verboten.“ Er forderte die Anwesenden auf, ihm mitzuteilen, wenn jemand aus der Gemeinde ins Krankenhaus komme.

Baukirchmeister Sebastian Kober ging auf das Gemeindehaus an der Christuskirche ein. Dort würden aktuell die Dämmungen an den Raumdecken erneuert. „Das ist wirklich sehr teuer“, sagte er. „Zudem ist es extrem schwer, Handwerker dafür zu bekommen.“ Die untere Etage des Gemeindehauses sei bereits fertiggestellt: „Anfang 2022 sollen die Arbeiten in der oberen Etage abgeschlossen sein.“

Vikar Andreas Hoenmann teilte der Gemeindeversammlung mit, dass er sich „im letzten Fünftel meiner Ausbildung und damit in der Prüfungsphase befinde“. Zwei Jahre sei er bereits in Werdohl. Am 27. März kommenden Jahres stehe sein Sendungsgottesdienst an.

Marion und Lothar Jeßegus stellten abschließend die Arbeit des seit 2012 bestehenden Ökumeneforums vor. Aktuelles Projekt sei der Generationenwald.

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