Die drei Säulen der Stadt im Werdohler Wappen

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In der Stadtbücherei verfolgten viele Interessierte einen Vortrag, den der Heimat- und Geschichtsverein in Kooperation mit der Volkshochschule anbot. Referent Peter Kölsche schilderte die Entstehung des Werdohler Stadtwappens.

Werdohl - Groß war das Interesse am Werdohler Stadtwappen. Bücherei-Leiterin Klaudia Zubkowski musste noch ein paar Stühle herbeischaffen, damit kein Besucher des Vortrages von Peter Kölsche am Mittwochabend stehen musste. Eingeladen zum „Eine ungewöhnliche Geschichte“ überschriebenen Abend hatten der Heimat- und Geschichtsverein sowie die Volkshochschule.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Werdohler Ansichten“ referierte Kölsche über das Stadtwappen, dessen Geschichte bis in den Ersten Weltkrieg hinein zurückreicht – und das obwohl Werdohl erst 1936 die Stadtrechte verliehen bekam.

Am 8. November 1915 aber beantragte der Amtmann Wilhelm von Behlen ein Kriegsschild. Er gab ein paar Vorschläge mit auf den Weg, wie es aussehen könnte. Was dann schließlich entworfen und genehmigt wurde, ähnelt dem heutigen Stadtwappen sehr. Einzig und allein die Form des Randes veränderte sich bis heute immer wieder mal.

Zunächst wiesen die oberen Enden abgeschnittene Ecken auf. Dann war das untere Ende mal rund und mal spitz zulaufend. Auf eine konkrete Form wurde das Stadtwappen bis heute nie festgelegt, erklärte Kölsche während seines gut halbstündigen Vortrages.

So hätte das Wappen nach dem Willen Otto Hagedorns zu Ehren Carl Bergs aussehen sollen.

Inhaltlich hatte es stets dieselben Symbole gezeigt: die drei Säulen der Stadt Werdohl. Rechts oben sind drei Ketten-Glieder zu sehen. Sie stehen für den Adel und für die Eisen verarbeitende Industrie, die der Adel vorantrieb. Links oben symbolisiert eine Blume die Kirche. Die Luther-Rose war Anfang des 20. Jahrhunderts Teil des evangelischen Kirchensiegels in Werdohl. Der untere Teil des Wappens ist mit einem Schachbrett-Muster versehen, entlehnt aus dem Wappen der Grafschaft Mark.

1929 entwickelte Professor Otto Hupp schließlich das heute noch bekannte Wappen-Motiv aus dem Kriegsschild. Am 16. Januar 1935 erhielt Werdohl die Genehmigung zur Führung eines Wappens – immer noch vor der offiziellen Erteilung der Stadtrechte.

1936 dann aber wollte der erste Bürgermeister der Stadt Werdohl, Otto Hagedorn, das Wappen ändern lassen. Er wollte die Kirchenrose ersetzen durch die Abbildung eines Luftschiffes, welches der Sauerländer Carl Berg mit entwickelt hatte. Hagedorn verwarf seine eigene Idee im Jahr darauf aber schon wieder. Und so blieb es beim altbekannten Wappen.

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