Bauaufsicht schwer zu besetzen

Personalmisere im Bauamt: Das sind die Konsequenzen für die Werdohler

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Werdohl – Die Position der Stadtplanung ist immer noch vakant, die Stelle der Bauaufsicht wird schwer zu besetzen sein, zwei Mitarbeiter sind langfristig erkrankt – bei der städtischen Abteilung für Bauen und Immobilienmanagement bleibt die Arbeit liegen.

Es gibt Fälle, in denen warten Werdohler Bürger mehr als ein Jahr auf eine Baugenehmigung. Das ist sicher nicht die Regel und hat selbstverständlich auch Bezug zum Verhalten der Bürger und deren Architekten – aber verlängerte Laufzeiten bei Anträgen haben unmittelbar etwas mit dem Personalmangel im Werdohler Bauamt zu tun. Das räumt auch Thomas Schroeder als Leiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement ein: „Durch den Personalmangel ergeben sich Verzögerungen. Wenn alle Stellen voll besetzt wären, hätten wir diese Probleme nicht.“ 

Es hapert schon länger an der personellen Ausstattung im Bauamt, Bürgermeisterin und Abteilungsleiter steuern ebenso lange dagegen. Nach der Pensionierung von Peter Erwig wurden Arbeit und Aufgabenstellungen umstrukturiert und mit Andreas Kisker neben Petra Conredel eine weitere Fachkraft eingestellt, die vorher in der Altenaer Stadtverwaltung tätig war. Zeitgleich lief eine langfristige Untersuchung aller Arbeitsbereiche in der Stadtverwaltung, deren Ergebnispräsentation sich aus verschiedenen Gründen in die Länge zog. Dass die Verwaltung unbedingt personell aufstocken musste, war ein großes Anliegen der Bürgermeisterin und wurde von allen Fraktionen mitgetragen. 

Grünes Licht für 4,2 zusätzliche Stellen

Für 4,2 zusätzliche Stellen in der Verwaltung hatte der Rat in seiner Juni-Sitzung in diesem Jahr grünes Licht gegeben. Zusätzliches Personal bewilligte er für die Abteilungen Bauen und Immobilienmanagement (2 Stellen) Steuerung und Finanzen (1), Tiefbau und Bauhof (1) sowie Ordnung und Einwohnerwesen (0,2). 

Seit einigen Tagen ist die unbefristete Vollzeit-Stelle für die Bauaufsicht ausgeschrieben. Sie richtet sich an Personen, die Diplom-Ingenieurswesen mit der Fachrichtung Architektur und Hochbau studiert haben. Thomas Schroeder kennt die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung: „Bauaufsicht ist speziell, das kann man nicht studieren oder in einer Ausbildung machen.“ Die Person müsse sich in die Gegebenheiten einarbeiten und sich vor allem das rechtliche Rüstzeug während der laufenden Arbeit aneignen. Bewerbungen gibt es noch keine, allerdings läuft die Frist noch bis Ende September. Schroeder: „Nicht jeder hat Lust, sich mit Bauaufsicht in der Praxis zu beschäftigen.“ 

Stadtplanung: Keine geeigneten Kandidaten

Die Ausschreibung für die vakante Stelle in der Stadtplanung konnte immer noch nicht besetzt werden. Es hatten sich zwar einige Personen beworben, doch im Auswahlverfahren fand die Verwaltung niemanden, der auf die Stellenanforderung gepasst hätte. Jetzt wird die Stelle erneut ausgeschrieben. 

Für Probleme sorgen auch zwei längerfristig erkrankte Personen bei der technischen Gebäudeunterhaltung und in der Bauaufsicht. Durch die Verzahnung von Aufgabenbereichen bei Gebäudeunterhaltung, Bauaufsicht, Hochbau und Stadtplanung reißen diese beiden Krankheitsfälle besonders tiefe Löcher in die Personaldecke. 

Freie Architektin hilft aus

In erster Konsequenz ist die freie Architektin Caroline Ossenberg-Engels aus Altena schon seit Ende vergangenen Jahres für ein bestimmtes Stundenkontingent verpflichtet worden. Ihr zunächst befristeter Vertrag mit der Verwaltung wurde bis auf Weiteres verlängert.

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