Perlen der Musikgeschichte in der Friedenskirche

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Die Musiker des Märkischen Handorgelensembles, die Lennetaler Holzbläser und das Blechbläser-Ensemble „Brassgang Mark I“ mischten sich zu immer wieder neuen Ensembles.

Werdohl - Einen letzten Gruß an die gerade zu Ende gegangene Weihnachtszeit hörten die Besucher in der Evekinger Friedenskirche am Sonntag.

Neben anderen Perlen der Musikgeschichte hatten Michael Baasner und seine Ensembles auch Hans Mielenz’ (1909 bis 1996) „Alpenländisch-weihnachtliche Suite für Bläserquintett“ aus dem Jahr 1970 mitgebracht. 

Die Bezeichnungen der fünf Sätze und die zitierten Weihnachtslieder führten die Zuhörer in die Umgebung eines berühmten Stalls von Bethlehem und an das erste Bettchen des Jesuskindes: „Auf dem Felde“, „An der Krippe“, „Hirtenmusik“. Mochten diese Titel durchaus einer hochdeutschen Zunge entsprungen sein, so sorgte die einbrechende Dämmerung doch für alpenländisches Flair: Der vierte Satz zitierte das österreichische Weihnachtslied „Es wird scho glei’ dumpa“. Worauf noch der Appell an die Nachtigall und ein Blick auf den ersten Morgen des Heiligen Kindes folgte: „Lieb’ Nachtigall, wach auf!“ 

Musikalisch schöpfte Michael Baasner bei dem Konzert aus dem Vollen: Die Musiker des Märkischen Handorgelensembles, die Lennetaler Holzbläser und das Blechbläser-Ensemble „Brassgang Mark I“ wechselten sich bei ihren Auftritten ab, spielten teilweise gemeinsam und mischten sich zu immer wieder neuen Ensembles, zu denen schließlich auch Pauline Baasner an der Harfe stieß. 

Kompositionen bieten einen wunderbaren Bogen

Die gespielten Kompositionen boten einen wunderbaren Bogen von Johann Sebastian Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ und einer Kostprobe aus seiner „Kunst der Fuge“ über Händels „Halleluja“ und eine Canzone des Barock-Komponisten Samuel Scheidt bis zu Perlen der französischen Moderne: Maurice Ravels berühmte „Pavane pour une infante défunte“ und eine kleine Suite von Claude Debussy. 

Astor Piazzolla steuerte seinen „Noritango“ und einen Gruß an die so überraschend schwanger gewordene Gottesmutter bei: „Ave Maria“. Gut musiziert machte das abwechslungsreiche Programm den Besuchern in der mittelprächtig gefüllten Kirche viel Freude. Es blieben noch einige Plätze frei, was Kirchenmusiker Frank Kirchhoff zu dem Aufruf an alle veranlasste, beim nächsten Mal noch ein paar Freunde mitzubringen. 

Frank Kirchhoff liest besinnliche Zwischentexte

Durch die von ihm gelesenen besinnlichen Zwischentexte machte Frank Kirchhoff aus dem Konzert eine Andacht. Dabei fiel besonders das Vorhaben eines kleinen Jungen auf, der nichts Geringeres wollte, als Gott zu treffen. Dabei scheint das gar nicht so schwer zu sein: Nach der Begegnung mit einer älteren Dame und einem erfüllten Nachmittag auf einer Parkbank lautete das Fazit des Knaben: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen, und sie war sehr freundlich.“ Der älteren Dame ging es nicht anders, außer dass ihre Blickrichtung eine andere war: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen, und er ist viel jünger, als ich dachte.“

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