Pendlerstatistik besagt: Fast zwei Drittel arbeiten auswärts

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Für viele Erwerbstätige aus Werdohl, Neuenrade und Balve beginnt der Arbeitstag im Auto. Sie müssen über die Stadtgrenzen fahren, um ihren Arbeitsplatz erreichen-

Werdohl/Neuenrade/Balve - 13 101 Menschen aus Werdohl, Neuenrade und Balve pendelten im Jahr 2018 arbeitstäglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit. In den beiden Hönnestädten ist die Auspendlerquote höher als an Lenne und Verse. 

Die Zahl der Arbeitnehmer, die aus anderen Städten einpendeln, ist in allen drei Städten niedriger.

Die Angaben stammen aus der Pendlerrechnung, die der Landesbetrieb IT.NRW als Statistisches Landesamt in dieser Woche vorgelegt hat. Die Pendlerrechnung liefert jährlich Angaben über die Pendelbewegungen der Erwerbstätigen auf Gemeindeebene. Erfasst werden die Pendelbewegungen zwischen den Gemeinden in NRW und die Pendelbewegungen, die über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus gehen. Zudem werden für jede Gemeinde in Nordrhein-Westfalen ausgewählte Merkmale der Pendler ausgewiesen, beispielsweise Geschlecht, Alter, Beschäftigungsumfang, Stellung im Beruf, Wirtschaftsbereich und Pendeldistanz. 

Werdohl

Von den 8793 Erwerbstätigen Werdohls fuhren im Jahr 5098 (Quote: 58 Prozent) zum Arbeiten in andere Städte. Damit gehört Werdohl landesweit zu den Städten mit einer eher niedrigen Auspendlerquote (Platz 291 von 396). Etwas mehr als die Hälfte dieser Auspendler (51,1 Prozent) arbeitete im produzierenden Gewerbe. Die meisten Auspendler hatten ihren Arbeitsplatz in Lüdenscheid (1620), viele fuhren aber auch nach Plettenberg (964) und Neuenrade (539), etwas weniger nach Altena (264), Hagen (169), Iserlohn (156) und Dortmund (141). 

Aus anderen Städten kamen 4870 Erwerbstätige (Quote: 56,9 Prozent) zum Arbeiten nach Werdohl. Die Stadt an Lenne und Verse nimmt damit landesweit einen Mittelfeldplatz (171) ein. 53,5 Prozent hatten ihren Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe, die weit überwiegende Zahl (4473) waren Arbeiter und Angestellte. Die meisten Einpendler nach Werdohl kamen aus Neuenrade (904) und Lüdenscheid (836), aber auch aus Plettenberg (473) und Altena (461) traten noch viele Arbeitnehmer täglich die Fahrt nach Werdohl an. Aus Iserlohn kamen 225, aus Balve 206. 

Neuenrade

Die Stadt Neuenrade hatte 2018 eine Auspendlerquote von 61,4 Prozent und lag damit im landesweiten Vergleich auf dem 259. von 396 Plätzen. 3890 Neuenrader fuhren täglich zum Arbeiten in andere Städte, vor allem nach Werdohl (904), aber auch nach Plettenberg (630) und Lüdenscheid (612); weitere Neuenrader hatten ihre Arbeitsplätze in Altena (253) und Balve (251). Etwas mehr als die Hälfte der Neuenrader Auspendler (51,5 Prozent) war in der Dienstleistungsbranche tätig. 

Aus anderen Städten kamen 2743 Erwerbstätige (Quote: 52,9 Prozent) zum Arbeiten nach Neuenrade. Landesweit lag Neuenrade damit auf dem 254. Platz. Die meisten Einpendler wohnten in Balve (686), viele aber auch in Werdohl (539). Etwa gleich viele kamen aus Altena (206) und Sundern (191) sowie aus Plettenberg (175) und Lüdenscheid (171) zum Arbeiten nach Neuenrade. Die weitaus meisten Einpendler nach Neuenrade (69,8 Prozent) hatten einen Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe. 

Balve

In Balve betrug die Einpendlerquote lediglich 43,8 Prozent, damit lag die Hönnestadt landesweit auf einem der hinteren Plätze (360). Lediglich 1779 Erwerbstätige kamen 2018 täglich nach Balve, um dort ihrer Arbeit nachzugehen. Die meisten (58,7 Prozent) waren im produzierenden Gewerbe tätig. Einpendler nach Balve kamen vor allem aus Menden (319), Sundern (290) und Neuenrade (251), aber auch aus Hemer (154), Arnsberg (125) und Iserlohn (112). 

Relativ hoch ist in Balve mit 64,3 Prozent die Auspendlerquote, was für die Hönnestadt landesweit Platz 226 bedeutet. Etwas mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) der Balver, die täglich über die Stadtgrenze zur Arbeit fuhren, war in der Dienstleistungsbranche tätig. Die Arbeitsplätze der Balver Auspendler lagen vor allem in Neuenrade (686), Menden (517) und Iserlohn (423). Einige fuhren aber auch nach Sundern (286), Arnsberg (282), Hemer (277), Lüdenscheid (222) und Plettenberg (218). 

Innergemeindliche Pendler

Und dann gibt es da noch die innergemeindlichen Pendler, also jene Erwerbstätigen, die ihren Arbeitsplatz an ihrem Wohnort haben. In Werdohl war ihr Anteil im vergangenen Jahr mit 42 Prozent an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen am höchsten. In Neuenrade mussten 38,6 Prozent der Menschen nicht die Stadt verlassen, um zum Arbeitsplatz zu kommen. In Balve sind es immerhin noch 35,7 Prozent der Erwerbstätigen, die auf dem Weg zur Arbeit nicht die Stadtgrenze überqueren müssen. Landesweit waren 48 Prozent innergemeindliche Pendler.

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