Geschichten über Paul Seuthe

Künstler betätigte sich als Saboteur

Sammler Thomas Benecke konnte viele Gäste an der Neustadtstraße begrüßen. Sie erfuhren viele Details aus dem Leben des Künstler Paul Seuthe.
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Sammler Thomas Benecke konnte viele Gäste an der Neustadtstraße begrüßen. Sie erfuhren viele Details aus dem Leben des Künstler Paul Seuthe.

Eigentlich sei die neue Paul-Seuthe-Ausstellung schon vor einem Jahr fertig gewesen, erklärte Sammler Thomas Benecke seinen zahlreichen Gästen, die am Sonntag in das Paul-Seuthe-Museum kamen.

Bei seinen Erkundungen auf der Spur der frühen Jahre von Paul Seuthe hatte Thomas Benecke engagierte Unterstützung: Auch Jens Bergmann vom Hagener Heimatbund und Stefan Fuhrmann vom Hagenring machten sich auf die Suche nach biographischen Fakten und Anekdoten aus dem Leben von Paul Seuthe (1909 bis 1997). Das Ergebnis der Forschungen ist im Ausstellungsraum an der Neustadtstraße 26 zu bewundern. Benecke verband seine Begrüßung mit einer Einführung in die Info-Tafeln.

1923 besetzten französische Truppen das Rheinland. In der Nacht zum 28. Juni 1923 hissten sie ihre Tricolore vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Hohensyburg. Paul Seuthe betätigte sich als Saboteur, kletterte auf den Mast und steckte die Flagge in Brand. In seinen Jugenderinnerungen schrieb er 1968 über die Besatzungszeit und erwähnte den Tod des Malermeister Wilhelm Asbeck aus Hagen durch eine französische Kugel.

Gemälde und vieles mehr konnten am Sonntag bewundert werden. Weitere Öffnungstage sind geplant.

Ein Elektrowagen erregte Aufmerksamkeit

Hochaktuell sind die Beobachtungen des jungen Paul Seuthes im Zeitalter der Renaissance der Elektromobilität. Ein Elektrowagen erregte seine Aufmerksamkeit: „Allein der Kraftwagen der Akku (der Hagener Akkumulatorenfabrik), der auf elektrischen Batterien fuhr, war interessant“, erinnerte er sich. Die Stärke dieses wegweisenden Gefährt war noch recht beschränkt, wie die geballte Macht von sieben Knaben zeigte: „Wir waren nämlich in der Lage, mit unseren 14 Armen das erbärmliche Ding während der Fahrt einzuhalten.“ Paul Seuthe erinnerte sich an das todtraurige Gesicht des Fahrers, das den Jungen klarmachte, dass es nicht ratsam war, den Streich zu wiederholen. Ebenfalls zu siebt war Paul Seuthe unterwegs, als den Jungs ein Ball über einen Zaun flog. Die Begegnung mit dem Firmendirektor, die folgte, war milde: Der Mann war dreifacher Vater, offenbar von ruhigem Gemüt und Kunde bei Paul Seuthes Vater; der verdiente sein Geld als Schneider. Ein Bild aus dem Bestand der Firma Seidel dokumentiert die Spuren dieser väterlichen Tätigkeit in einem nur scheinbar abstrakten Gemälde.

Siegfried Schmidt nutzte die Ausstellungseröffnung, um für den Verkauf von Gemälden Paul Seuthes aus seinem Bestand zu werben. Gemeinsam mit seiner Frau möchte er den Bau einer Schule in Bangladesh vorantreiben (www.udoy.de).

Öffnungszeiten: Weitere Öffnungstermine sind Samstag und Sonntag, 4. und 5. September, jeweils von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt zum Ausstellungsraum im Haus Neustadtstraße 26 ist frei, der Zugang ist barrierefrei.

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