Pater Kamil verlässt Werdohl

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Im Rahmen eines Empfangs nach der Vorabendmesse am Samstag um 17 Uhr haben die Werdohler die Möglichkeit, sich von Pater Kamil zu verabschieden. .

WERDOHL - Nach fast fünf Jahren verlässt Pater Kamil am kommenden Sonntag Werdohl in Richtung Schweiz. An der Universität in Fribourg wird der Franziskaner-Minorit im Fach Dogmatische Theologie promovieren.

Von Ute Heinze

Der Abschied fällt dem 34-Jährigen schwer, auch wenn er sich auf die neue Herausforderung freut. „Von den Menschen in die Bücher“, fasst er seine künftige Aufgabe zusammen. Vor allem der Kontakt zur Gemeinde werde ihm am Anfang wohl fehlen, ist sich der Geistliche sicher und fügt hinzu: „Umgekehrt ginge es sicher leichter.“

Von den Jungen und Mädchen der beiden katholischen Kindergärten und von den Schülern der katholischen Grundschule hatte sich der gebürtige Pole, der in Lódz studierte, bereits vor den Osterferien verabschiedet. „’Pater Kamil, Du sollst hier bleiben’ hat eines der Kinder gesagt, als ich kam, um Tschüss zu sagen,“ erzählt Pater Kamil immer noch gerührt.

Regelmäßig war er in den Einrichtungen zu Gast. Begleitete die Kinder des Schulchores mit seiner Gitarre oder bastelte, malte und spielte mit den Jungen und Mädchen in den beiden Kitas. Vor allem die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde lagen Pater Kamil während seines Wirkens in Werdohl am Herzen. So rief er die Franziskanische Jugend ins Leben und kümmerte sich um die Messdiener. Auch die Vorbereitung der Katechetinnen, die ihrerseits die Kinder aus der Gemeinde auf die Erstkommunion vorbereiten, lag in den Händen von Pater Kamil. Am Donnerstag verabschiedete sich der 34-Jährige von den Senioren, die er ein Mal im Monat im Rahmen der Krankenkommunion zu Hause besuchte.

Nach der Vorabendmesse am kommenden Samstag um 17 Uhr in der St. Michael-Kirche haben die Werdohler die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Empfangs im großen Pfarrsaal persönlich von Pater Kamil zu verabschieden. „Ich werde einige Worte in der Kirche sprechen, meinem Hauptarbeitsort“, sagt der Franziskaner-Minorit.

Seine Sachen hat er Anfang der Woche gemeinsam mit Pater Irenäus in das Kloster seines Ordens in Fribourg gebracht. „Ich werde nach den beiden Messen am Sonntag in St. Michael und in St. Petrus Canisius mit dem Zug dorthin fahren“, sagt der gebürtige Pole, der sich erst jetzt so richtig mit dem Abschied auseinandersetzen kann: „In der Fasten- und Osterzeit war einfach so viel zu tun, dass ich gar nicht viel daran gedacht habe“, sagt er.

„Dass ich bereits Anfang Juni als Urlaubsvertretung wieder nach Werdohl komme, erleichtert mir den Abschied schon ein wenig“, sagt der Mönch. Bis zum Pfarrfest im Juli wird Kamil in der Stadt an Lenne und Verse bleiben. Dann wird er auch seinem Nachfolger begegnen, der ebenfalls Anfang Juni nach Werdohl kommen soll. Dieser stehe namentlich noch nicht fest. Seinem Nachfolger will Pater Kamil den Einstieg in der fremden Stadt ein wenig erleichtern. „Als ich nach Werdohl kam, hatte ich Probleme mit der deutschen Sprache. Es dauerte immer sehr lange, die Predigten vorzubereiten“, erinnert sich Pater Kamil noch sehr gut an seine ersten Wochen im Sauerland. Durch die Sprachbarriere habe er sich zu Beginn nicht so in die Gemeinde getraut, erinnert er sich. Dabei wolle er seinem Nachfolger helfen.

In Fribourg, hier wird neben deutsch auch französisch gesprochen, wird sich Pater Kamil voll und ganz auf sein weiteres Studium konzentrieren. Seine acht Mitbrüder aus dem dortigen Kloster und die Universität hat der Geistliche schon bei vergangenen Besuchen in seiner neuen Heimat kennengelernt. „Schließlich mussten viele Dinge geregelt werden und nicht alles ließ sich am Telefon klären“, sagt Pater Kamil. Mit seinen Brüdern in Werdohl wird er, da ist er sicher, auf jeden Fall in Kontakt bleiben. „Vielleicht kann ich während meiner Semesterferien auch noch mal eine Urlaubsvertretung übernehmen“, sagt Pater Kamil, der sich bei allen bedanken möchte, die ihn in den vergangenen fünf Jahren begleitet haben.

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