Paten für Werdohler Babys

Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak (rechts) präsentierte gestern die Flyer, die ab sofort auf die Möglichkeit von Patenschaften für Werdohler Neugeborene hinweisen soll. Die Paten für die ersten elf Kinder waren schnell gefunden.

WERDOHL ▪ Der Startschuss zum Projekt „Paten für Werdohler Neugeborene“ fiel gestern Nachmittag im Rathaus. Im Mai vergangenen Jahres hatte Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak die Idee bereits bei der damaligen Jahreshauptversammlung des Stadtelternrates vorgestellt. Von Michael Koll

Der Stadtelternrat unterstützt die Aktion „Gebor(g)en in Werdohl“, indem er die Gelder für die Patenschaften verteilt. Im Rahmen dieser wurden in den ersten 25 Monaten 333 Eltern von Neugeborenen angeschrieben (Stand: Oktober 2011). Diese erhalten auf Wunsch Taschen mit eigens produzierten Informationsbroschüren sowie einem vor Ort genähten Schmusetier für das Kind.

Im ersten Jahr wünschten 92 Prozent der Eltern einen Besuch, bei dem besagte Tasche überreicht wurde – im zweiten Jahr sogar 95 Prozent. Alle anderen Eltern erhielten die Informationsbroschüre postalisch. Im Verlauf des zweiten Jahres, so verriet die Jugendamtsleiterin gestern, haben fünf Eltern übrigens bei der Übergabe der Taschen konkrete Anfragen an den Überbringer gestellt: „Ich brauche Unterstützung.“

Der Aufruf zu den Patenschaften für ein Baby liegt nun ab sofort überall aus – etwa in der Stadtbücherei, bei Ärzten und in Apotheken. Mögliche Paten finanzieren eine Begrüßungstasche mit den Infos und dem Schmusetier im Wert von 20 Euro. Auf Wunsch kann der Spender mit einer beigefügten Postkarte auch eine Grußbotschaft an das Baby richten. Das Kind selbst bleibt dabei aber zunächst anonym. Wenn der Pate aber auf besagter Postkarte seine Adresse hinterlässt und die frisch gebackenen Eltern es wünschen, entsteht möglicherweise ein Kontakt. Die Aktion steht unter dem Motto „Es braucht ein ganzes Dorf, um Kinder groß zu ziehen“ (afrikanisches Sprichwort).

Bei der Vorstellung der Patenaktion gestern Nachmittag im Rathaus gab es gleich auch reges Interesse: Ali Akdeniz erklärte im Namen des türkischen Elternvereins, vier Patenschaften zu übernehmen. Uwe Nodes vom Stadtelternrat legte mit weiteren fünf Patenschaften nach. Und auch Werdohl erster Bürger, Siegfried Griebsch, übernahm spontan zwei Patenschaften.

Neugeborene mit einer Informationsbroschüre willkommen zu heißen, ist keine originär Werdohler Idee. Doch die Patenschaften, so Dworschak, gibt es in keiner anderen deutschen Stadt. 2500 Flyer, die auf die Möglichkeit für Patenschaften hinweisen, wurden zunächst gedruckt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare