Party wird zum bewegenden Abschied

Die größeren Schüler unterstüzten die Kleinsten liebevoll beim Malen und Basteln.

WERDOHL ▪ Mächtig emotional wurde es zum Beginn des Sommerfestes an der Pestalozzischule. Rektorin Stephanie Finke hielt eine tränenreiche Begrüßungsrede.

Nicht etwa, weil das 80-jährige Bestehen der Förderschule in diesem Jahr zu feiern ist. Auch nicht, weil der Förderverein sein 25-jähriges Jubiläum 2010 begeht. Sondern „weil wir mit dem heutigen Tag unsere Eigenständigkeit verlieren“, erklärte Schulleiterin Stephanie Finke mit brüchiger Stimme.

Seit fünf Jahren arbeitete die Rektorin nun an der Werdohler Schule, an der bis zum Jahr 2000 auch ihr Vater tätig war. Jetzt wurde mit der Plettenberger Vier-Täler-Schule ein Kooperationspartner gefunden. Nach den Sommerferien wechselt Finke als Konrektorin an die Astrid-Lindgren-Sprachschule in Lüdenscheid.

Sie wolle, so die junge Rektorin, sich an diesem Tage noch nicht verabschieden, „aber ich möchte mich bedanken, für all die Erfahrungen, die ich von hier mitnehmen darf“. Ganz besonders hob sie dabei den 3. Mai des Jahres hervor. An jenem Montag hatten die Pestalozzi-Schüler einen Demonstrationszug mit Trillerpfeifen durch die Innenstadt organisiert.

„Ich telefonierte gerade mit dem Bürgermeister“, erinnert sich Finke an diesen denkwürdigen Tag. „Da konnte ich das Trillern Eurer Pfeifen durch den Hörer mitbekommen, weil ihr gerade am Rathaus angekommen wart. Da wusste ich wieder, warum ich eigentlich mal Lehrerin geworden war“, sagte die scheidende Rektorin noch, bevor ihre Stimme ganz versagte.

Applaus der Schüler, Eltern, ehemaliger Lehrer sowie ehemaliger Schüler der Einrichtung und insbesondere von Finkes Eltern, die eigens zum Sommerfest nach Werdohl gekommen waren, munterten die stark bewegte Schulleiterin wieder auf. So nutzte sie die Gelegenheit, sich auch noch beim ebenfalls anwesenden Cornelius Böttcher zu bedanken, „weil er mich an diese Schule gelockt hat“.

Im Anschluss versicherte Bürgermeister Siegfried Griebsch, dass die Politik „für die Schüler auch künftig das Beste erreichen“ werde – in Zusammenarbeit mit der Plettenberger Schule. Und so werde, ergänzte der erste Bürger der Stadt, „sicherlich auch im nächsten Jahr hier gefeiert“. Schließlich übergaben zwei aktuelle Schüler ihrer Schulleiterin noch Geschenke zum Abschied.

Mit zahlreichen Attraktionen lockte dann das Sommerfest zu Spaß und Zerstreuung. Clown Trine war aus Dortmund angereist und versuchte – vergeblich – zu zaubern.

Am gestrigen Morgen waren übrigens auch noch die Zehntklässler der Pestalozzischule offiziell entlassen worden: Acht Jungen und vier Mädchen haben ihren Abschlus erfolgreich erreicht.

Von Michael Koll

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