Gäste aus Derwentside in Werdohl

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Die Britin Mary Platten (links) ist die einzige, die seit Beginn des Partnerschaftsprojekt im Jahre 1975 heute noch dabei ist. Am Donnerstag trafen sich die fünf Gäste aus Derwentside mit ihren Werdohler Freunden und mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh zum Frühstück.

Werdohl - Die Frauen und Männer aus Derwentside, Werdohl und Neuenrade sind alle in die Jahre gekommen. Die Älteste ist um die 80 Jahre, die meisten sind irgendwo in den Siebzigern. Die Jüngste am Tisch am Donnerstag im Café Grote im Bahnhof ist Bürgermeisterin Silvia Voßloh. Eines kann man sofort spüren: Hier sitzen lauter gute alte Freunde am Tisch.

Die Zeiten sind lange vorbei, in denen ganze Busladungen von der Lenne auf die britische Insel fuhren. Übrig geblieben ist heute ein privater Freundeskreis, der seine Beziehungen sorgfältig pflegt.

Eine Delegation von fünf Briten kam am Mittwoch mit dem Flieger in Düsseldorf an, am Donnerstag begrüßte die Bürgermeisterin die Gäste und ihre Gastgeber im Bahnhof. Eine Woche bleiben die Engländer im Sauerland.

Die Partnerschaft wurde 1975 zwischen Werdohl und Consett gegründet. Die englische Gemeinde wurde schon im nächsten Jahr mit Standing und Lancester zum District Derwentside zusammengefasst, seitdem trägt die Partnerschaft diesen Namen.

1977 kamen zum ersten Mal 50 Leute aus England nach Werdohl, darunter auch Mary Platten. Sie ist die einzige, die von Beginn an bis heute noch dabei ist. 1977 wurde der englische Freundschaftsclub Derwentside gegründet. So gibt es zwei Jubiläen: Das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft wurde 2015 gefeiert, in diesem Jahr wird das Jubiläum des Freundschaftsclubs begangen.

Die ersten Jahre der Partnerschaft waren geprägt vom Aufbruch in die europäische Gemeinschaft. Ein Austausch auf allen Ebenen fand statt. Es gab offizielle Partnerschaftstreffen, Schulen und Vereine waren eingebunden. Es wurde sogar gegeneinander Fußball gespielt. Heute noch wird gerne erzählt, wie ein Werdohler für einen ausgefallenen britischen Spieler einsprang und ausgerechnet das Siegtor erzielte. „Verräter“ wird er heute noch genannt.

1995 erklärte die Stadt, dass sie aus finanziellen Gründen die Partnerschaft nicht mehr weiterführen könne. Damals gründete sich der heute noch bestehende Förderverein Werdohl-Derwentside. Viele Mitglieder wohnen mittlerweile in Neuenrade.

Bis auf 2016 ist in jedem Jahr eine Gruppe von oder zur Insel gefahren. Die Werdohler fahren stets mit der Fähre. „Ernst Salomo sagte immer, dass England mit dem Schiff erobert werden müsse“, erzählt einer, „und deshalb machen wir das so.“ Die britischen Freunde kommen mittlerweile mit dem Flugzeug.

Wer heute 70 Jahre alt ist, hatte kein Englisch in der Schule. So erklärt es sich, dass viele im Freundeskreis ehemalige Lehrer sind.

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