Verhandlungen um Rathausparkplatz

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Der Rathausparkplatz wird nicht bewirtschaftet, weil der Pachtvertrag mit VDM neu ausgehandelt werden muss.

WERDOHL -   Mit einem Lapsus ist die Stadt in die heiße Phase der Parkraumbewirtschaftung eingestiegen: Aus juristischen Gründen sind Parkscheinautomat und Beschilderung auf dem Rathausparkplatz mit Müllsäcken abgedeckt. Der Parkplatz gehört der VDM, der bestehende Pachtvertrag mit der Stadt lässt die geplante Bewirtschaftung nicht so ohne weiteres zu.

Um auf der sicheren Seite zu sein, hat die Stadt den Parkplatz vorübergehend aus der Bewirtschaftung genommen. In den nächsten Tagen werde aber eine Lösung gefunden, Bürgermeister Griebsch werde mit den Verantwortlichen bei der VDM über einen neuen Pachtvertrag verhandeln. Beide Seiten seien sich jetzt schon einig, dass die Müllsäcke bald wieder verschwinden und fürs Parken bezahlt werden muss.

Seit Jahr und Tag wird der Parkplatz von der VDM an die Stadt für eine relativ geringen Jahrespacht überlassen. Nur das Gelände unterhalb der Rathausbrücke gehört der Stadt Werdohl. Auch das ist kurios, denn eigentlich müsste das unter der Brücke liegende Grundstück dem Landesbetrieb StraßenNRW gehören. Diese normalerweise übliche Überschreibung ist nach dem Bau der Brücke allerdings versäumt worden. Über diesen Grundstücksstreifen hat die VDM ein Durchfahrtsrecht, denn nur so kann der dahinter liegende Parkplatz für die VDM-Mitarbeiter erreicht werden. Weil VDM und Stadt offensichtlich nicht rechtzeitig miteinander geredet haben, flatterte auf einmal rot-weißes-Absperrband auf dem Rathausparkplatz. Damit will VDM den Firmenparkplatz vor unberechtigten Dauerparkern schützen. Damit rechtlich nichts anbrennen kann, muss jetzt erstmal neu verhandelt werden. Dabei wird es auch um die Höhe der Pacht gehen, denn die Einnahmen, die die Stadt in Zukunft auf dem Rathausparkplatz erzielen wird, sind nicht unerheblich.

Probleme an der Rudolfstraße

Unzufriedenheit mit den neuen Parkregelungen gibt es an der Rudolfstraße. Hier gibt es ausschließlich Bewohnerparkausweise. Wer dort als Besucher gegen Gebühr parken möchte, kann dies aber nicht. Eine Anliegerin hielt es im Gespräch mit unserer Redaktion für „derartig unverschämt, dass die Stadt uns vorschreibt, wann wir Besuch bekommen“. Rolf Prange, bei der Stadt zuständig für die Einrichtung des Parkraumbewirtschaftung, sieht das anders: „Wenn es in der Rudolfstraße frei bewirtschaftete Parkplätze gäbe, würden die von Krankenhaus-Besuchern zugeparkt.“ Dann hättten die Anwohner keine Chance auf einen eigenen Stellplatz. Schon jetzt ließe sich beobachten, dass sich Krankenhaus-Beschäftigte in Richtung Eggestraße und Saarlandstraße „verziehen“ würden, wo es keine Bewirtschaftung gibt. Prange: „Die gehen lieber fünf Minuten zu Fuß und sparen 20 Euro im Monat für einen Dauerparkausweis.“ Bislang steht nur an der oberen Brüderstraße relativ versteckt ein Parkautomat. Ein weiterer Automat werden bald an der Einmündung Eggenpfad/Brüderstraße aufgestellt.

Park-and-Ride-Plätze kosten 20 Euro

Einen Hinweis gab Prange noch für die Park-and-Ride-Parkplätze am Bahnhof. Früher reichte eine Kopie des Zugtickets hinter der Windschutzscheibe als Parkschein. Wer jetzt einen Dauerparkausweis „B“ haben möchte, muss den bei der Stadt für 20 Euro im Monat unter Vorlage des Zugtickets beantragen. Dafür gibt es den Pendlerparkplatz direkt gegenüber dem Bahnhof.

Von Volker Heyn

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