Familie steht jetzt im Mittelpunkt

Oßenberg zieht sich zurück: So geht es mit den Grünen in Werdohl weiter

Volker Oßenberg ist Sprecher des Grünen-Ortsverbands in Werdohl.
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Volker Oßenberg macht Schluss mit Kommunalpolitik in Werdohl.

Im September 2019 kehrte Volker Oßenberg der Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) den Rücken. Oßenberg, der bis zu diesem Zeitpunkt WBG-Fraktionsvorsitzender war, wollte einen Grünen-Ortsverband gründen. Jetzt hat der Versetaler beschlossen, sich komplett aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen.

Bei seinem Austritt aus der WBG hatte Oßenberg erklärt, er wolle sein persönliches Ratsmandat behalten und so schnell wie möglich einen Grünen-Ortsverband in Werdohl gründen. Sein großes Ziel: 2020 mit einer jungen Mannschaft alle 16 Stimmbezirke der Stadt abdecken und zur Kommunalwahl antreten.

Doch so schnell wie erhofft stellte sich der Erfolg nicht ein. Im Dezember 2019 fand zwar die Gründungsversammlung statt – Oßenberg wurde zum Sprecher gewählt – doch nur wenige Werdohler nahmen daran teil. Im März 2020 begann die Corona-Pandemie, die auch Oßenberg und seinen Mitstreitern die politische Arbeit nicht erleichterte. Etwa ein Jahr nach dem WBG-Austritt gelang es Oßenberg nicht, mit den Grünen zur Kommunalwahl anzutreten. Es wurde still um den Ortsverband.

Kompletter Rückzug aus der Kommunalpolitik

Nachdem Volker Oßenberg im vergangenen Monat nicht zu erreichen war, erklärte der Versetaler jetzt auf erneute Anfrage gegenüber der Redaktion, dass er sich inzwischen komplett aus der Kommunalpolitik zurückgezogen habe.

Grüne in Werdohl: Ortsverband „hat sich etabliert“

„Volker Oßenberg war die treibende Kraft zur Gründung eines Grünen-Ortsverbands in Werdohl“, unterstreicht John Haberle, Kreistagsabgeordneter und Bundestagskandidat der Grünen. Allerdings habe der Versetaler in der Stadt so viel in Bewegung gesetzt, dass sich der Ortsverband inzwischen etabliert habe. „Wir werden einen Termin ausmachen, um dann einen neuen Vorstandssprecher zu wählen“, so Haberle. Einen zeitlichen Rahmen für die Sprecherwahl konnte Haberle auf Anfrage allerdings nicht angeben. „Das kann noch einige Wochen dauern.“ Allerdings solle auch in Werdohl Bundestagswahlkampf für die Grünen betrieben werden, und er zähle dabei auch auf den Ortsverband. Andererseits sei der Kreisverband der Partei jederzeit bereit, die Gruppierung in Werdohl tatkräftig zu unterstützen. „Wenn Hilfe benötigt und gewünscht wird, sind wir auf jeden Fall da“, versichert der Kreistagsabgeordnete John Haberle.

Einerseits sei die politische Arbeit während der Corona-Pandemie einfach nicht vorangekommen. „Es war ja so gut wie gar nichts möglich“, stellt der frühere Werdohler Ratsherr fest. Zudem habe er im Zeitraum von November des vergangenen Jahres bis Januar 2021 aufgrund persönlicher Erfahrungen beschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen.

Mit dem Coronavirus infiziert

Oßenberg berichtet von drei Quarantäne-Zeiträumen und einer Corona-Erkrankung, die er durchmachen musste. „In dieser Phase, in der ich quasi eingesperrt war, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken“, erklärt Oßenberg. Er habe erkannt, dass es wichtiger sei, sich um die eigene Familie zu kümmern als einen großen Teil der Energie und Freizeit in die Kommunalpolitik zu investieren. „Ich befürworte die Ideen der Grünen noch immer. Aber es gibt genug Baustellen, die für mich wichtiger sind“, unterstreicht er. Seine Entscheidung habe er dem neu gegründeten Ortsverband selbstverständlich mitgeteilt; eine Rückmeldung habe er aber bisher nicht erhalten.

Sein Engagement im Vorstand der Fußballabteilung des TuS Versetal will Volker Oßenberg nicht beenden. Der Versetaler ist Geschäftsführer und Vorstandssprecher. „Damit darf man momentan einfach nicht aufhören“, stellt er fest. In diesen schweren Zeiten müsse auch sein Verein um jedes Mitglied kämpfen, deshalb müssten Vorstände jetzt zusammenstehen.

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