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„Hier sind alle so ganz anders“: Lüdenscheider schwärmen beim Ortsteilfest von Werdohl

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Von: Michael Koll

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Beste Stimmung herrschte beim Ortsteilfest auf der Königsburg - natürlich auch am Kuchenstand.
Beste Stimmung herrschte beim Ortsteilfest auf der Königsburg - natürlich auch am Kuchenstand. © Koll

„Wir kommen hier gerne hin, das ist eine Mega-Freundschaft, die da entstanden ist“, sagt Dirk Müller. Der Chef der 2. Kompanie des Bürger-Schützen-Vereins Lüdenscheid (BSV) spricht von der Verbindung zur Vierten des Werdohler Schützenvereins (WSV), die in diesem Sommer seit 50 Jahren besteht.

Werdohl - Zu Ehren der BSV-Zweiten hat die WSV-Vierte nicht nur entschieden, ihr Ortsteilfest 2022 auf dem Schulhof auf der Königsburg trotz Schützenfest-Absage wieder stattfinden zu lassen, sie hat die Sause auch auf zwei Tage ausgeweitet.

Müllers ganz persönlichen Bande zur heimischen Vierten sind allerdings noch einmal stärker und tiefgehender als bei den anderen Lüdenscheider Gästen, die am Wochenende zu Gast auf der Königsburg waren: „Ich habe 2014 hier meine Frau kennengelernt“, verrät der 58-Jährige.

„Allerdings“, gesteht er sogleich, „habe ich mich zwei Jahre lang nicht getraut, Vera auch anzusprechen.“ Daheim in gewohnter Umgebung, beim Fest der Bürger-Schützen in Lüdenscheid, war es aber dann soweit. Müller fasste Mut und rannte bei seiner späteren Gattin offene Türen ein. „Am 16. September 2017 haben wir dann geheiratet – 15 Monate nach dem ersten Wortwechsel zwischen ihr und mir.“

Ehrensache, dass der Kompanieführer aus der Nachbarstadt auch Mitglied der Werdohler Kompanie ist. Was die Werdohler Vierte ausmacht, fasst er so zusammen: „Das ist eine ganz offene Truppe hier. Es sind ja nur 15 Kilometer bis Lüdenscheid, aber da gibt es nur Sturköppe – da nehme ich mich selbst auch nicht aus. Und hier sind sie alle so ganz anders.“

Dirk Müller (rechts) kam mit einer Abordnung der Zweiten des Bürger-Schützen-Vereins Lüdenscheid auf die Königsburg.
Dirk Müller (rechts) kam mit einer Abordnung der Zweiten des Bürger-Schützen-Vereins Lüdenscheid auf die Königsburg. © Koll

Und so kamen auch die Schützen aus dem Versetal auf eine Stippvisite vorbei – ebenso wie die Löschgruppe Brüninghaus, die ein bei den herrschenden Temperaturen erfrischendes Wasserschlauch-Spiel mitgebracht hatte. Schließlich konnten sich alle Besucher des Ortsteilfestes am Red-Dot-Gewehr ausprobieren, also einer Waffe, die mit einem roten Laser das Ziel erfasst und bestenfalls auch trifft.

Kaffee und Kuchen, Bier und Sekt, Bratwürstchen und Champignons mit diversen Dips – für das leibliche Wohl hatte die WSV-Vierte gesorgt. Aufs Ohr gab es dabei Party-Kracher wie „Layla“ von DJ Robin & Schürze.

Ganz andere Klänge verwöhnten die Besucher des erstmals zweitägigen Ortsteilfestes am Sonntagmorgen. Der Musikverein „Die Volmetaler“ bot „Dicke-Backen-Musik“, mit einer gehörigen Portion Leidenschaft vorgetragen. Der Grundschulhof war derweil schon wieder ganz gut besucht.

Der Kompanieführer der Vierten, Uwe Schneider, sah es mit großer Zufriedenheit. Er berichtete: „Auch am Samstagabend war hier ein reges Kommen und Gehen. Und vor allen Dingen: Der allgemeine Tenor, der herrschte, war: Trotz der Hitze zeigten sich alle voll zufrieden.“

Schneider selbst hatte am Kochtopf gestanden, um die Gäste der Vierten mit frisch gebrutzelten Pilzen „mit meiner geheimen Würzmischung“ zu versorgen. „Ich konnte die gar nicht so schnell machen, wie sie mir aus den Händen gerissen wurden.“

Am Ende waren alle ausverkauft – und auch Steaks gab es keine mehr. „Das Schönste war: Selbst die Lüdenscheider waren bis 22 Uhr noch hier. Die haben zu mir gesagt, dass es logisch sei, dass sie so lange blieben, schließlich sei es doch auch ihr Fest“, sagte Schneider.

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