1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Orkan „Zeynep“ wütet auch im Lenne- und Hönnetal

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Wilczek

Kommentare

Kein Durchkommen auf dem Weg zum Klingelborn in Balve: Mehrere Fichten waren durch die starken Böen auf die Fahrbahn gestürzt und mussten von der Feuerwehr entfernt werden.
Kein Durchkommen auf dem Weg zum Klingelborn in Balve: Mehrere Fichten waren durch die starken Böen auf die Fahrbahn gestürzt und mussten von der Feuerwehr entfernt werden. © Cordes, Günter

Mit „Zeynep“ tobte ab Freitagnachmittag und in der Nacht zu Samstag binnen kurzer Zeit das zweite Orkantief über dem Lenne- und Hönnetal.

Wie schon in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag rückten die Feuerwehren – hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume und Hindernissen auf der Straße – zu vielen Einsätzen aus.

In Werdohl, Neuenrade und Balve waren jeweils am Nachmittag Meldeköpfe in den jeweiligen Gerätehäusern eingerichtet worden, um die Einsätze vor Ort besser koordinieren und schneller abarbeiten zu können.

Bahnverkehr stark beeinträchtigt

Auch der Bahnverkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke war stark beeinträchtigt. Regionalzüge fuhren praktisch schon ab den Nachmittagsstunden gar nicht mehr, die Intercity-Züge wenn nur noch mit Verspätung.

Besonders viel zu tun hatte die Feuerwehr im Kreisgebiet nach Auskunft der Kreisleitstelle in Lüdenscheid und Menden, aber auch in Meinerzhagen. Kreisweit kamen weit mehr als 600 sturmbedingte Einsätze zusammen.

Werdohl: 82 Kräfte im Einsatz

Gut zu tun hatte die Feuerwehr a auch in Werdohl. Bis etwa 21 Uhr mussten elf Einsätze abgearbeitet werden. „Wir haben 82 Einsatzkräfte in Bereitschaft, sitzen mit sechs Personen im Meldekopf im Gerätehaus Stadtmitte und haben 15 Fahrzeuge besetzt“, sagte Wehrleiter Kai Tebrün.

In den meisten Fällen musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume oder andere Hindernisse von den Straßen im Stadtgebiet entfernen. So beispielsweise von der Bundesstraße 229, die in Altenmühle in Höhe des Sportplatzes kurzzeitig gesperrt werden musste, damit die Feuerwehr mehrere große Äste von der Fahrbahn entfernen konnte. Sturmschäden gab es besonders auf den Höhen des Versetals zu vermelden. „Das Knacken der umstürzenden Fichten kann man bis ins Tal hören. Das ist wirklich beängstigend“, sagte Kai Tebrün am Abend.

Deipschlade nicht zu erreichen

Die Ortslage Deipschlade war – auch für den Rettungsdienst – nicht mehr zu erreichen. Denn umgestürzte Bäume blockierten beide Zufahrten. Weil weitere Bäume umzufallen drohten, musste die Wehr wegen der Gefährdungslage den Einsatz hier abbrechen. „Es könnte gut sein, dass dieser Zustand bis Samstagmorgen bestehen bleibt“, so Tebrün.

Das Hochwasser der Lenne hielt sich auch am Freitag in Grenzen, der Lennepegel blieb stabil: Der Goethe-Parkplatz ist zwar gesperrt, das Wasser steht aber nur etwa zur Hälfte auf dem Platz. Auch der Trog blieb frei.
Das Hochwasser der Lenne hielt sich auch am Freitag in Grenzen, der Lennepegel blieb stabil: Der Goethe-Parkplatz ist zwar gesperrt, das Wasser steht aber nur etwa zur Hälfte auf dem Platz. Auch der Trog blieb frei. © Heyn, Volker

Bis etwa 21 Uhr einen recht ruhigen Sturmabend verlebte die Feuerwehr in Neuenrade. Sechs Einsätze fielen an. Dabei ging es ebenfalls jeweils um umgestürzte Bäume auf Straßen, die die Einsatzkräfte zügig entfernten. „Auch wir hatten den Meldekopf besetzt und 50 Personen aus allen Löschzügen in Rufbereitschaft“, sagte Karsten Runte, Chef der Neuenrader Wehr. Stündlich wurde ein Lagebericht zu den Verantwortlichen in der Kreisleitstelle geschickt. Auch Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) schaute im Gerätehaus vorbei, um sich über die Lage zu informieren.

Kaminbrand in Balve

Aus Balve gab es bis etwa 21 Uhr glücklicherweise ebenfalls keine Personenschäden zu vermelden. Aber auch hier hielt Orkantief „Zeynep“ die Wehrkräfte in Atem, die bis Redaktionsschluss 17 Mal ausrücken mussten. Auch hier galt es größtenteils Bäume oder andere Hindernisse von den Straßen zu entfernen. So unter anderem an der Gransauer Mühle, wo ein großer Baum die Fahrbahn blockierte. Die Straße von Mellen Richtung Sorpe und auch die Asbecker Straße mussten komplett gesperrt werden. Zudem musste sich die Wehr um einen Kaminbrand an einem Gebäude an der Wocklumer Allee kümmern.

Die Kreisleitstelle rief die Märker auf, unbedingt zu Hause zu bleiben: „Wir bitten eindringlich darum, vorsichtig zu sein und möglichst daheim zu bleiben.“

Nach den Stürmen droht Hochwasser

Nach den Stürmen könnte angesichts der für das Wochenende angekündigten ergiebigen Regenmengen und der ohnehin schon hohen Pegelstände der Flüsse und Bäche nun Hochwasser drohen. Der für Werdohl maßgebliche Lennepegel in Rönkhausen lag am Freitag zeitweise knapp unter der Marke von 2,20 Metern. Teile des Parkplatzes an der Goethestraße standen unter Wasser, so dass dieser gesperrt bleiben musste. Im Laufe des Tages sank der Pegelstand zwar minimal, am Wochenende dürfte der Wasserstand der Lenne jedoch wieder steigen.

Auch interessant

Kommentare