Weißer Ring: Jörg Bora neuer Landesvorsitzender

Führungswechsel beim Landesvorsitz des Weißen Rings: Der Werdohler Jörg Bora (Mitte) tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Braun an. Ruth Stöpper bleibt stellvertretende Vorsitzende. Foto: privat

Werdohl - Mit 16 Jahren bewarb sich Jörg Bora bei der Polizei – um zu helfen, wie der gebürtige Werdohler sagt. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war er für Menschen in Not im Dienst. Nun wurde der 49-Jährige zum Landesvorsitzenden der Opferhilfsorganisation Weißer Ring für NRW und Westfalen-Lippe gewählt.

Von Martin Meyer

Deutschlandweit hilft der Weiße Ring Gewalt- und Kriminalitätsopfern und kümmert sich auch um deren Angehörige. Die Hilfeleistungen reichen von menschlichem Beistand und persönlicher Betreuung über die Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, der Gewährung von Rechtschutz bis hin zu finanziellen Unterstützungen. „Wir helfen Menschen, die unverschuldet und tatbedingt in Not geraten sind“, erklärt Jörg Bora, der seit 2012 ehrenamtlich für den gemeinnützigen Verein tätig ist.

In seiner Dienstzeit als Polizist habe er nach eigenen Worten genug Gewalt gesehen. Deshalb habe er sich für den operativen Bereich entschieden. „So kann ich mitmischen, koordinieren und Dinge in die richtigen Wege leiten“, erklärt der ehemalige Schutzmann und Werdohler Bürgermeister a.D. Zu seinen neuen Aufgaben gehören neben der Repräsentation des Vereins die Gewinnung und Ernennung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die organisatorische Leitung des Landesverbandes. Gleichzeitig ist er Mitglied des Bundesvorstandes. Bora tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Braun an, der den Landesverband acht Jahre lang geführt hat. Erneut stellvertretende Landesvorsitzende wurde Ruth Stöpper, die dem Fachbeirat Aus- und Weiterbildung angehört und darüber hinaus die Außenstelle des Kreises Paderborn leitet.

In seinem neuen Tätigkeitsbereich möchte Jörg Bora nach eigenen Angaben seine Bekanntheit nutzen, um mehr Menschen zur Unterstützung des Opferschutzes zu bewegen – gerade auch Personen des öffentlichen Lebens, wie zum Beispiel Richard Oetker, der Beisitzer im Bundesvorstand des Weißen Rings ist.

„Die Rechte der Opfer müssen noch viel mehr in den Vordergrund gestellt werden“, fordert der frühere Werdohler Verwaltungschef. Alleine zwischen 2010 und 2013 habe sich die Zahl der Opfer im Märkischen Kreis verdoppelt. Dort betreute der Weiße Ring im vergangenen Jahr 42 Fälle, in denen Menschen von Gewalt- oder Kriminalitätsdelikten betroffen waren. Insgesamt wurden im Landesverband 1597 Opferfälle bearbeitet und finanzielle Unterstützung in Höhe von etwa 500 000 Euro geleistet. Im mit etwa 4000 mitgliederstarken Landesverband NRW/Westfalen-Lippe leisten derzeit in 28 Außenstellen rund 210 ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Arbeit.

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