Open-Air-Gottesdienst und Biergarten kommen gut an

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Für Maik Trautmann war es am Sonntag der letzte öffentliche Auftritt als Mitglied der Gruppe Comein.

WERDOHL ▪ „Experiment gewagt, Experiment gelungen“: Das ist das Fazit einer Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde des Versebezirks am Sonntagnachmittag und -abend. Unter dem Motto „Ich habe fertig“ hatte die Gemeinde zu einem Biergarten und Open-Air-Gottesdienst auf dem Platz vor der Friedenskirche Eveking eingeladen.

Von Rainer Kanbach

Die Band Comein sorgte für Live-Musik. Etwa 200 Besucher, so die Schätzung der Organisatoren, waren dieser Einladung gefolgt. Open-Air-Gottesdienste gab es schon im Laufe der vergangenen Jahrzehnte vor der Friedenskirche. Dieser jedoch war neu. Entsprechend gespannt waren die Besucher – vor allem aber die Organisatoren selbst – auf den Verlauf der Veranstaltung, die auch von regelmäßigen Teilnehmern der Motorrad-Gottesdienste aus Neuenrade und einer kleinen Abordnung rund um den früheren Biker-Pfarrer Klaus Reuber besucht wurde. Weißbier mit und ohne Alkohol, Laugenbrezeln, Leberkäse im Brötchen und Gottes Wort – einmal ganz anders präsentiert – vertrugen sich bestens.

„Ich habe fertig“ – dieses Motto war Gegenstand der Predigt von Pfarrer Dirk Grzegorek und gleichermaßen auch Signal für Maik Trautmann. Der Gitarrist, Sänger und vor allem die Seele der Gruppe Comein, hatte für den Open-Air-Gottesdienst seinen letzten öffentlichen Auftritt angekündigt. Während Grzegorek in seiner Predigt die Geschichte von Elia und dem Wechselbad der Gefühle erzählte, die schließlich in die Erkenntnis mündete: „Fertig sein, um sich auf den Weg in einen neuen Lebensabschnitt zu machen“, hatte Trautmann diese auf andere Weise aufgegriffen. Die Entscheidung, die Gruppe Comein zu verlassen, sei vor Beginn der Ferien gefallen, berichtete er. Sicherlich hätte es offiziell viele Argumente geben können, die einen solchen Schritt begründet hätten. Es sei jedoch Gott gewesen, der die Frage aufkommen ließ „wie wäre es, wenn du mit der Band aufhörst“. Da sei ihm klar geworden, dass Gott etwas mit ihm vorhabe. Was das sein könnte, wisse er nicht – wohl aber, dass es gut sein werde.

Dass die Entscheidung dennoch Wehmut aufkommen ließ, war unverkennbar: Maik Trautmann kämpfte mit den Tränen – besonders, als die anderen Bandmitglieder ihm ein Abschiedsgeschenk überreichten.

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