Old- und Youngtimerserie: Der Karmann Ghia Cabrio Replika

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Der Karmann Ghia Cabrio aus der Matchbox-Edition fährt bei Thomas Sukau immer mit.

WERDOHL - Wenn echte Auto-Freaks und Oldtimer-Kenner auf den Parkplätzen in Werdohl und Neuenrade vor Thomas Sukaus rotem Flitzer stehen, grübeln sie oft. „’Irgendetwas stimmt doch hier nicht’, bekomme ich dann oft zu hören“, sagt der stolze Besitzer eines Karmann Ghia Cabrio Replika aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Im Jahre 1993 kaufte Thomas Sukau für damals 280 Mark einen Käfer (Baujahr 1978) in Eveking und den Kunststoff-Bausatz für das Karmann Ghia Cabrio. „Als ich mit dem Käfer an der Werdohler Rathausbrücke gebremst habe, brach der Fahrersitz weg. Der war komplett durchgerostet“, erinnert sich der 45-Jährige lachend an den beschwerlichen Weg bis nach Ütterlingsen.

„Das ‘Häuschen’ des ebenfalls roten Käfers haben mein Vater und ich damals sofort abgeschraubt. Von dem alten Auto blieben lediglich die Lenkung, der Motor und das Fahrgestell übrig“, sagt der Autoliebhaber und fügt hinzu: „Das, was von dem Käfer noch übrig war, sah aus wie ein Go-Kart.“

Gemeinsam mit seinem Vater baute er dann die Kunststoffteile zusammen. Die Karosse setzten die beiden Männer auf den Rahmen, verschraubten- und verklebten diese. Anschließend wurde alles neu verkabelt. „Am meisten Zeit haben wir in den Einbau der Frontscheibe investiert“, sagt der gelernte Bankkaufmann, der mittlerweile in einem Neuenrader Reisebüro sein Geld verdient. Ein halbes Jahr dauerte es, bis der rote Flitzer erstmals vom Garagenhof in Ütterlingsen rollte.

„Die Scheinwerfer an dem Wagen sind vom Golf, die Blinker sind vom Mini und die Außenspiegel gehören eigentlich an einen 5er BMW“, bringt der Werdohler auf den Punkt, was viele Kenner zum Grübeln bringt, wenn sie vor seinem Auto stehen. Dennoch zieren auch viele Originalteile das Gefährt, wie beispielsweise die Stoßstange, die Schriftzüge und die Lüftungsgitter.

„Weil der Karmann Ghia im Original keine Anschnallgurte und keine Kopfstützen hatte, habe ich die Sitze aus einem Golf GTI eingebaut“, erklärt Sukau, der gemeinsam mit seinem Vater eigentlich einen Porsche 356 nachbauen wollte. Doch der Bausatz sollte damals 40 000 Mark kosten. Und weil Thomas Sukau unbedingt Cabrio fahren wollte, entschied er sich für den Karmann.

Früher ging es mit dem Auto auch in den Urlaub. Seit der Geburt der Tochter ist die Karmann Ghia Cabrio Replika hauptsächlich ein Sommerauto. Bei schönem Wetter fährt der 45-Jährige mit dem Gefährt zur Arbeit.

Es ist vor allem die einfache Technik, die Thomas Sukau an alten Autos begeistert. Falls der Käfermotor mal streikt, informiert sich der Familienvater in einschlägigen Internetforen über die mögliche Ursache für einen technischen Defekt, den er dann selbst behebt oder beheben lässt.

Dass er die Kunststoffkarosse rot lackieren ließ, bereut Thomas Sukau heute. „Ich habe mich damals für den roten Lack vom Golf entschieden. Durch den hohen Blei-Anteil bleicht dieser allerdings schnell aus“, sagt der passionierte Autofan.

Viele Passanten, die den Wagen sehen und stehen bleiben, würden sich oft wundern, dass das Auto keine einzige Roststelle habe, beschreibt Sukau einen Vorteil des glasfaserverstärkten Kunststoffes. „Tritt man kräftig vor ein normales Auto, dann ist sofort eine dicke Beule drin. Tritt man vor die Kunststoffkarosse, hat man sofort den Fuß gebrochen“, sagt der Autoexperte lachend. Den derzeitigen Wert seines Nachbaus schätzt Thomas Sukau – der sich schon auf die ersten sonnigen Tage freut – auf etwa 13 000 Euro.

Von Ute Heinze

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