SV Old- und Youngtimerserie: Der Citroën DS 23

Für Ludwig Kirchhoff-Stewens gibt es kein schöneres Auto als seine Göttin auf vier Rädern Baujahr 1974. Seit 2004 ist er Besitzer der DS.

WERDOHL - Für die einen ist sie die Göttin – wegen des sprachlichen Gleichklangs des Kürzels DS und der französischen Übersetzung „la déesse“. Italiener nennen ihn „squalo“: Hai - wegen seiner „Zähne“ unter der Stoßstange, die eigentlich beim Einparken als Schutz dienen, „eine alte Version des Parksensors“, sagt Ludwig Kirchhoff-Stewens. Für ihn ist der Citroën DS 23 ein Kindheitstraum.

Von Simone Benninghaus

Autos waren schon als Kind das Steckenpferd des Werdohlers. Als Vierjähriger konnte er die Automodelle anhand ihres Geräuschs benennen, mit acht Jahren wünschte er sich einen Citroën DS. Erfüllen konnte sich Ludwig Kirchhoff-Stewens seinen Traum über 30 Jahre später. Im Internet stieß er 2004 auf das besagte Modell. Die Göttin auf Rädern stand in einer Werkstatt in Düsseldorf, die sich auf den Handel mit Ersatzteilen und die Restauration der Kult-Modelle aus Frankreich spezialisiert hat. „Der Wagen hatte die Konsistenz eines Blätterteigs“, wie der Autofan beschreibt.

In der Düsseldorfer Werkstatt wurde der Franzose, Baujahr 1974 komplett restauriert. Der Motor wurde überarbeitet, die gesamte Karosserie geschweißt und zum Schutz mit Teroson überzogen. Aus dem schwarzen Modell mit braunen Ledersitzen wurde ein weißes. Die Ledersitze, die eher an eine bequeme Couch erinnern, sind heute schwarz.

Nicht nur die Optik, die vorn an einen Porsche erinnert und durch ihre Tropfenform auffällt, ist es, die den Werdohler reizt. Für Ludwig Kirchhoff-Stewens sind es die technischen Raffinessen, die ihn faszinieren. Im Vergleich zu zeitgenössischen Konkurrenzprodukten gab es beim Citroën DS in Design und Technik große Fortschritte. Als eines der ersten Fahrzeuge wurde der Citroën DS serienmäßig mit Scheibenbremsen gebaut. Früher einzigartig und heute für Ludwig Kirchhoff-Stewens für ein komfortables Fahrgefühl verantwortlich ist die hydropneumatische Federung. Durch sie hebt sich der Wagen beim Starten einige Zentimeter in die Höhe. Beim Parken wiederum senkt sich die DS durch den nachlassenden Druck in der Hydropneumatik langsam wieder ab. Mit einer Spritztour den Berg hinauf nach Pungelscheid überzeugt der Citroën-Besitzer auch Skeptiker. Bremsschwellen sind für Fahrer und Beifahrer kaum zu spüren. Durch die Niveauregulierung liegt die DS auch gut in der Kurve. „Man kann gut mitschwimmen. Sie ist besser als jeder Porsche“, schwärmt Ludwig Kirchhoff-Stewens von den Touren mit seiner Göttin auf vier Rädern. Mit seinen 126 PS schafft der Wagen Tempo 100 auf der Autobahn. Einzig im Innern wird es dann etwas lauter. „Daran kann man sich doch gewöhnen“, ist dieser Umstand für Ludwig Kirchhoff-Stewens aber unerheblich.

Gewöhnen muss sich der leidenschaftliche DS-Fahrer auch an die Druckpumpbremse, bei der die Fußkraft je nach Verkehrssituation wohl dosiert eingesetzt werden muss.

Die Handschaltung ist ebenso eine Besonderheit. Schon seit 1967 wurden DS-Modelle mit adaptiertem Kurvenlicht gebaut. Ende der 90er galten die synchron zum Lenkeinschlag schwenkenden Scheinwerfer in der Fahrzeugindustrie als neu.

Als besonders gilt für Ludwig Kirchhoff-Stewens auch der große Einsatz von Kunststoff und Aluminium beim Bau der DS. Die extrem lange Motorhaube ist aufgrund des Aluminiums auch extrem leicht. Revolutionär war 1955 beim Bau der stromlinienförmigen Karosse auch der geringe Luftwiderstandswert.

Die technischen Raffinessen sind es, die für Ludwig Kirchhoff-Stewens die Einzigartigkeit seiner Göttin ausmachen. An das Aufsehen, das er mit seinem Oldtimer oft erregt, hat sich der Werdohler gewöhnt. Einen Vorteil hat er bei Fahrten mit seiner DS: „Andere Autofahrer lächeln immer.“

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