Old-und Youngtimer Serie: Jubiläums-Käfer

Klaus Seinsche hegt und pflegt seinen Käfer in zinngraumetallic. Im November 1985 kaufte er das Gefährt in Menden. - Foto: Heinze

WERDOHL - Die Originalrechnung seines VW-Käfers 1200 hat Klaus Seinsche aus Kleinhammer ordentlich in einem grauen Ordner abgeheftet. Im November 1985 kaufte er das 34 PS starke Gefährt aus der Abschluss- und Sonderserie „Jubiläums-Käfer, 50 Jahre“ in Menden. Seinsches Käfer in zingraumetallic ist einer von 2400 damals in Deutschland ausgelieferten Käfern. „Das Auto steht noch im ersten Lack“, sagt der 59-jährige Werdohler, der den Wagen ständig hegt und pflegt, stolz.

„In den ersten Jahren nach der Anschaffung diente der Käfer als Zweitwagen. Meine Frau nutzte ihn unter anderem zum Einkaufen“, sagt Seinsche und fügt hinzu: „Seit Ende der 80er steht das Auto hauptsächlich unter dem Carport, wird mehr poliert und gepflegt als gefahren.“ Erst 65 000 Kilometer hat die alte Karosse, die nur noch bei schönem Wetter bewegt wird, auf dem Tacho.

Im vergangenen Jahr ließ Klaus Seinsche einen neuen Motor in den Käfer einbauen. „Bis dato bin ich den Höhenweg Richtung Lüdenscheid immer nur mit Tempo 40 hochgetuckert. Durch die 50 PS beschleunige der Wagen nun schneller, sagte der Bankkaufmann im Ruhestand.

Klaus Seinsche ist ein großer Käfer-Fan. Schon als Kind interessierte sich der Werdohler für Technik. Als er dann mit 18 Jahren den Führerschein in der Tasche hatte, kaufte er sich natürlich einen Käfer. An seinem ersten Auto schraubte er auch selbst. Auch einen alten Postkäfer hat Seinsche wieder auf Vordermann gebracht. Für 600 Mark hatte er das gelbe Auto im Jahr 1982 gekauft. „Der war total durch und brauchte einen neuen Unterboden. Ich habe die Rostlöcher gestopft und den Wagen neu lackiert. Drei Jahre habe ich das Auto gefahren. Bis ich es aus Platzgründen verkaufte“, sagt der Vater von drei Kindern, der schließlich auch mal die komplette Familie in seinem Auto chauffieren wollte.

Als sich 1985 die letzte Möglichkeit bot, einen neuen Käfer über den Händler zu kaufen, schlug der Werdohler zu. 12450 DM kostete der Wagen damals. Mittlerweile hindert Seinsche eine Erkrankung daran, selbst hinter seinem Haus zu Schraubenschlüssel und Schweißgerät zu greifen. Am Käfer arbeitet er deshalb selbst nicht mehr. Mit dem Wagen geht es nunmehr zu Oldtimer-Treffen in der Region oder in den Urlaub. Im vergangenen Herbst machten sich Seinsche und seine Frau mit dem zinngrauen Gefährt auf den Weg ins Allgäu. Jetzt wartet Seinsche sehnsüchtig auf das Frühjahr und besseres Wetter. Neben Ausflugsfahrten ins Sauerland, denen Klaus Seinsche schon entgegen fiebert, steht im Sommer eine Urlaubsreise in die Ferienregion Meran an.

„Ich werde oft angesprochen, ob ich den Wagen verkaufen möchte“, sagt der Werdohler Seinsche und lacht. Das komme natürlich nicht in Frage. Als der VW-Beatle damals vorgestellt wurde, stellte ein VW-Autohaus Seinsches Käfer aus.

Den Werdohler begeistert am Käfer vor allem die alte Technik aus den 60er/70er Jahren. „Ich finde es einfach toll, dass die Autos noch so laufen – und das mit relativ geringem Wartungsaufwand“, bringt Seinsche auf den Punkt, was ihn an den historischen Karossen fasziniert. Er geht davon aus, dass sein Wagen mittlerweile um die 10 000 Euro wert ist. Allein die Jubiläumsplaketten an der Motorhaube und an der Seite hätten jeweils einen Wert von 250 Euro.

Von Ute Heinze

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