Furzknoten und Stinkstiefel

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Das gefiel den Kindern bestens: Die stinkigen „Olchis“ werden von gesundem Essen krank und benehmen sich nach allen Regeln der Kunst daneben. ▪

WERDOHL ▪ „Warum hast du Handschuhe an? Beißen die Olchis?“, fragte ein Mädchen aus dem Publikum „Landschaftswächter“ Wolfgang, der mit seiner Kollegin Dorothee den grünen Handpuppen am Samstagnachmittag in der Stadtbücherei Leben einhauchte.

Für diejenigen, die es noch nicht wissen sollten: Nein, die Olchis beißen nicht. Sie machen Dreck – und davon jede Menge. Sie lieben „ihren“ Dreck und fühlen sich darin sauwohl. Die Drei-Generationen-Familie lebt somit logischerweise auf der Müllkippe von Schmuddelfing und findet alles toll was stinkt, schleimt und schimmelt. Was für die Menschen einfach nur eklig ist, ist für die Olchis das Größte auf der Welt. Gesunde Lebensmittel und Seife sind für sie giftig. Und somit endete der Badeversuch von Babysitterin Frau Pitterling für das Olchi-Baby auch mit einem pusteligen blau-gelb-roten Ausschlag – doch mit alten, stinkigen Socken und einem öligen Lappen war die Allergie auf Sauberkeit schnell überwunden. Mehr als 70 – vor allem junge Gäste – verfolgten gespannt und hochkonzentriert die Geschichte von den „Olchis – wenn der Babysitter kommt“ nach einer Idee von Kinderbuchautor und Illustrator Erhard Dietl. Die Olchi-Kinder „Furzknoten“ und „Stinkstiefel“ schmiedeten Pläne, wie der reinliche Babysitter Frau Pitterling in die Flucht geschlagen werden konnte. Sie war in Schmuddelfing eindeutig fehl am Platz. Das Zunge-Rausstrecken half nichts; und auch den Spuk-Salven der Olchi-Kinder, gepaart mit Kotze-Brocken von Hausdrachen „Drachenstuhl“, hielt Frau Pitterling stand. Die unappetitlichste Krönung des Tages waren Frau Pitterlings gesunde Karotten und frisches Obst. Für Olchis ist das einfach nur „Igitt“ – die Müllkippen-Bewohner bevorzugen Nagelsuppe und ranziges Hähnchen mit Schuhsohlen-Aroma, Schimmelbrot oder stinkigen Fisch. „Das ist ekelhaft!“, rief eine junge Zuschauerin empört und erntete prompt eine Korrektur von ihrem Sitznachbarn: „Ne, das ist lecker!“ Über Geschmack lässt sich schließlich nicht streiten. ▪ sr

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