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OGS-Rechtsanspruch: Große Herausforderung für Schulen

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Von: Carla Witt

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Dieser OGS-Bewegungsraum in der St. Michael-Grundschule bietet momentan wenig Spielmöglichkeiten. Selbst das Möhrenziehen macht auf dem kalten und harten Boden nicht besonders viel Spaß. Schulleiterin Maria Apprecht wünscht sich im Zuge der Umgestaltung unter anderem eine Boulder-Wand.
Dieser OGS-Bewegungsraum in der St. Michael-Grundschule bietet momentan wenig Spielmöglichkeiten. Selbst das Möhrenziehen macht auf dem kalten und harten Boden nicht besonders viel Spaß. Schulleiterin Maria Apprecht wünscht sich im Zuge der Umgestaltung unter anderem eine Boulder-Wand. © Witt

Der Ausbau der Offenen Ganztagsschule stellt die Stadt Werdohl in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Während der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag im Rathaus wurde deutlich, dass der Betreuungsbedarf schon jetzt nicht mehr gedeckt werden kann. In Werdohl muss einiges passieren, um dem Eltern-Rechtsanspruch ab 2026 gerecht werden zu können

Werdohl - „Vor zehn Jahren haben wir unsere OGS nicht voll bekommen, jetzt müssen wir den Eltern sagen, dass wir ihnen nicht helfen können“, bedauerte Britta Schwarze, Leiterin der Evangelischen Martin-Luther-Grundschule. Ihre Kollegin Maria Apprecht von der Katholischen Grundschule St. Michael bestätigte, dass viele Familien mit dem Schuleintritt ihrer Kinder vor große Probleme gestellt würden. Räumlich und personell stoße man schon jetzt an Grenzen. „Wir wissen momentan nicht, wie das weitergehen kann.“

Reinhardt Haarmann, der im Rathaus auch für die Abteilung Schule verantwortlich ist, konnte die Bedenken gut nachvollziehen: „Das Problem ist in der Verwaltung bekannt.“ Dementsprechend müsse das Konzept, das die Verwaltung zur Sitzung vorgelegt hatte, fortgeschrieben und ergänzt werden.

Dabei hoffe man im Rathaus auf Unterstützung, stellte Bürgermeister Andreas Späinghaus fest. Es sei ein schönes Betätigungsfeld für die Politik, sich vor den Haushaltsplan-Beratungen Gedanken zu machen, wie man an den jeweiligen Schulstandorten weitere Räume für die Ganztagsschule gewinnen könne. In diesem Zusammenhang wies Haarmann auf einen Fehler im Verwaltungskonzept hin: nicht in der evangelischen Grundschule solle durch einen Umbau ein Sportraum entstehen, sondern in der Grundschule St. Michael. Dort sei auch die Nutzung des Dachgeschosses aus Brandschutzgründen nicht möglich, weil zunächst ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden müsse.

Finanziell sei die Stadt ebenfalls auf Hilfe angewiesen, unterstrich Haarmann. „Das Problem der Raumsituation können wir nicht alleine lösen. Wir müssen abwarten, bis wir wissen, wie viel Geld uns die Bezirksregierung zur Verfügung stellt.“

Allerdings seien die fehlenden Räume für die Betreuung der Mädchen und Jungen nicht das einzige Problem, waren sich die Schulleiterinnen einig: Händeringend werde Personal für die Offene Ganztagsschule gesucht. Maria Apprecht konnte gleich zwei Gründe für diesen Mangel ausmachen: Die Arbeitszeiten seien sehr ungünstig. „Und bezahlt wird nur nach Mindestlohn.“

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