Leuchtturm in Werdohl

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Kerstin Liebeskind (Mitte) führte auch persönlich einige Gäste durch die neue Pflegeschule. Unter anderem waren Volker Schmidt (2. v. l.), der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag nach Werdohl gekommen.

Werdohl – „Was hier gerade an Aufbaumaßnahmen realisiert wird, strahlt in ganz NRW.“

Mit dieser Feststellung bescheinigte Jörg Engels, Geschäftsführer der Fördergesellschaft für ambulante Pflegedienste mbH beim NRW-Landesverbands für ambulante Krankenpflege, der Liebeskind Care Academy „außerordentlichen Leuchtturmcharakter“. An der offiziellen Eröffnung der neuen Pflegeschule im ehemaligen Hauptschulgebäude auf dem Riesei nahmen einige Ehrengäste teil, darunter auch Andreas Westerfellhaus, der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Volker Schmidt, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag. 

Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich Geschäftsführerin Kerstin Liebeskind bei Bürgermeisterin Silvia Voßloh, die ihr den Aufbau der Pflegeschule ermöglicht habe. Liebeskind freute sich, zahlreiche Kooperationspartner und Gäste in den neu gestalteten Räumen begrüßen zu können. 

Dazu zählte Andreas Westerfellhaus, der auf künftige Herausforderungen im Pflegeberuf blickte. Dazu sei es auch notwendig, die Karrierechancen der Pflegenden und ihre beruflichen Möglichkeiten im Blick zu haben. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“ In diesem Zusammenhang sprach Westerfellhaus unter anderem die Digitalisierung der Dokumentationen im Pflegeberuf an. Weiter sprach er sich für einen flächendeckenden Tarifvertrag aus. „Die Pflege ist ein gesellschaftspolitisches Thema, es gehört immer ganz oben auf die Agenda.“ 

Er sei in allen Bundesländern unterwegs, erklärte Westerfellhaus. Doch die Initiative von Kerstin Liebeskind sei bemerkenswert. „Es liegt immer am Engagement einzelner. Wenn jemand eine gute Idee hat und trifft auf Unterstützer, dann wird auch etwas daraus.“ 

Diplom-Pflegepädagoge Sylvio Wienbeck, Leiter der Liebeskind Care Academy, bezeichnete Westerfellhaus als „Wegbereiter der heutigen Pflegeausbildung“. Er habe die wichtige Verbindung zwischen Politik und Pflege geschaffen, lobte Wienbeck. Dann erläuterte er das Konzept der Liebeskind Care Academy. Kerngedanke sei, das nötige Wissen nicht größtenteils im Frontalunterricht vermitteln zu wollen. „Das ist die ungünstigste Form des Lernens“, unterstrich der Leiter der neuen Pflegeschule. 

Menschen könnten nur das lernen, was sie interessiere und was ihre Neugier wecke. Er zitierte die Aussage des Göttinger Neurologen Gerald Hüther, die sich auch als Schriftzug an einer Wand im Gebäude findet: „Begeisterung ist Dünger für das Gehirn.“ Das Ziel der Lehrkräfte sei, die Schüler für die Themen zu begeistern und so zum eigenständigen Lernen anzuregen. Dies beinhalte gleichzeitig ein Interesse an jeder einzelnen Person, die sich an der Liebeskind Care Academy ausbilden lassen wolle. „Es bedeutet, ,Dein Interesse an dem Thema ist mir wichtig‘“, unterstrich Wienbeck, dass es darum gehen müsse, jeden Schüler als Potenzial zu sehen. 

Der Leiter der Pflegeschule bedankte sich nicht nur bei den Lehrkräften für ihren Mut, in Werdohl neue Wege zu gehen, sondern auch bei den Kooperationspartnern und weiteren Unterstützern. Ein Dankeschön sprach er auch Elmar Schmidt, dem Prokurist der Liebeskind Care plus GmbH aus. Auch er habe die Idee für die neue Pflegeschule nach vorne gebracht. 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh freute sich über den guten Start der Einrichtung. Sie sprach von einer Win-Win-Situation und lobte den Riesei als neuen Bildungsort in Werdohl. 

Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Gäste Gelegenheit, die Pflegeschule zu besichtigen. 76 Schüler werden hier seit Beginn des Monats unterrichtet.

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