Am 25. Januar

Tag der offenen Tür: Darum geht es für die Gesamtschule in Werdohl um alles

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Sven Stocks leitet die Gesamtschule kommissarisch, seit Schulleiter Reinhard Schulte vor rund anderthalb Jahren zum Landesprüfungsamt für Lehrämter an Schulen in Dortmund gewechselt ist. Seine Bestellung zum Schulleiter ist aber wohl nur noch Formsache.

Werdohl – Die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) will zeigen, was sie kann: Für Samstag, 25. Januar, lädt sie Viertklässler der Grundschulen von 11 bis 14 Uhr zum Tag der offenen Tür zum Riesei ein.

Als einzige weiterführende Schule in Werdohl übrigens, denn die Realschule am Köstersberg nimmt keine neuen Fünftklässler mehr auf. Wir beantworten die wichtigsten Fragen von Eltern, die sich im Februar für ihre Kinder nach vier Jahren Grundschule für eine Schulform entscheiden müssen. 

Warum nimmt die Realschule keine Schüler mehr auf? 

Der Werdohler Stadtrat hat sich am 1. Juli 2019 mit großer Mehrheit dafür entschieden, die Realschule ab dem Schuljahr 2020/21 auslaufen zu lassen und bis zum Ende des Schuljahrs 2024/25 zu schließen. Die Politik erhofft sich davon eine Stärkung der Albert-Einstein-Gesamtschule, die zuletzt nur noch zweizügig geführt worden ist. 

Wie kam es zu dieser Ratsentscheidung? 

Die Gesamtschule hatte schon seit einigen Jahren nur noch zwei Klassen pro Jahrgang, was für diese Schulform nicht dauerhaft zulässig ist. Auch auf Drängen der Bezirksregierung hatten sich die Stadt Werdohl und die Gemeinde Finnentrop, die ähnliche Probleme hatte, auf die Gründung eines Gesamtschul-Zweckverbands geeinigt. Im Sommer 2019 sollte die gemeinsame sechszügige Gesamtschule an zwei Standorten starten. Allerdings meldeten zu wenige Eltern ihre Kinder an der neuen Schule an: Es gab nur 104 anstatt der erforderlichen 150 Anmeldungen. Die Folge war, dass die Bezirksregierung die Genehmigung zur Fusion widerrufen hat. Mehr noch: Arnsberg verlangte vom Werdohler Rat, sich für eine weiterführende Schule zu entscheiden. Die Politiker sprachen sich mehrheitlich für die Gesamtschule aus, weil dort die Möglichkeit besteht, das Abitur zu erlangen. So sagte beispielsweise Bürgermeisterin Voßloh: „Die Gesamtschule und das Abitur in Werdohl müssen erhalten bleiben.“ 

Ist die Gesamtschule auf jeden Fall gesichert? 

Eine Bestandsgarantie hat die Albert-Einstein-Gesamtschule durch diesen Ratsentscheid allerdings nicht. Um die geforderte Vierzügigkeit zu erreichen, müssen dauerhaft mindestens 100 Kinder für den jeweils fünften Jahrgang angemeldet werden. „Das zu erreichen, ist sicherlich schwierig, aber möglich“, meinte CDU-Fraktionschef Stefan Ohrmann nach der Entscheidung. Nach einer Prognose der Stadt Werdohl werden zum Beispiel in diesem Sommer 171 Grundschüler die Schule wechseln, in den nächsten beiden Jahren wären es 177 beziehungsweise 193. Es müsste sich also jeweils etwas mehr als die Hälfte für die Gesamtschule entscheiden. Die Realschule hatte zuletzt immer etwa 60 Neuzugänge, die Gesamtschule ungefähr 50. 

Was passiert bei zu wenigen Anmeldungen? 

100 neue Gesamtschüler pro Jahr ist die Ziel-Mindestgröße, eine kurzfristige, vorübergehende Unterschreitung würde aber wohl nicht das sofortige Aus der Gesamtschule bedeuten. Die Bezirksregierung würde das sicherlich tolerieren, wenn zumindest eine deutliche Tendenz zu erkennen ist, die Zahl der an der AEG angemeldeten Fünftklässler sich also signifikant erhöht. 

Was tut die Stadt, um die Gesamtschule zu stärken? 

Die Stadt Werdohl hat in den vergangenen Monaten massiv in die Gesamtschule investiert. Die digitale Ausstattung war dabei ein ganz wesentliches Element. Aber auch am äußeren Erscheinungsbild wird gearbeitet, zuletzt beispielsweise durch die Renovierung der Treppenhäuser und des Foyers. 

Wie wirbt die AEG um Schüler? 

Der Tag der offenen Tür am Samstag, 25. Januar, ist ein bedeutender Tag für die Gesamtschule, weil sie dann interessierten Eltern und Kindern zeigen will, wie und was dort gelernt und gelehrt wird. „Ein großer Schwerpunkt bildet unser Informationsstand zur Einführung der iPad-Klassen in Jahrgang fünf. Dort können sich interessierte Schüler an verschiedenen Stationen mit den Möglichkeiten der iPad-Nutzung auseinandersetzen. Für weitere Fragen von Schülern und Eltern stehen die Lehrer unserer Arbeitsgruppe Digitalisierung zur Verfügung“, schreibt die Schule auf ihrer Internetseite. 

Wann müssen die Eltern sich entscheiden? 

Anmeldungen für die Sekundarstufe I, also für das nächste 5. Schuljahr, nimmt die Gesamtschule vom 17. bis 19. Februar entgegen. Dann können Eltern ihre Kinder montags und dienstags von 8 bis 18 Uhr und mittwochs von 8 bis 15.30 Uhr anmelden. Die Werdohler Politik appelliert an die Eltern, ihre Kinder an der Gesamtschule anzumelden. Nachdem die Schulentscheidung gefallen sei, müsse man alles daran setzen, um den Bestand der AEG zu sichern, sagten Vertreter verschiedener Fraktionen. Als Alternativen stehen den Eltern nur andere Schulen und Schulformen in Nachbarstädten zur Verfügung.

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