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„Offene Fragen“: Dringende Entscheidung doch wieder vertagt

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Von: Volker Griese

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Der Rad- und Fußweg unter der Stadtbrücke könnte im Zuge der Neugestaltung geringfügig in Richtung Lenne verlegt werden.
Der Rad- und Fußweg unter der Stadtbrücke könnte im Zuge der Neugestaltung geringfügig in Richtung Lenne verlegt werden. © Planungsbüro Berger

Eigentlich sollte es jetzt ganz schnell gehen mit der Planung des Projektes „Naturerlebnis Lennebogen“. Um eine Vergabe des Auftrages noch im März hinzubekommen, hatte die Verwaltung dem Rat schon vor dessen Sitzung am 21. März die Planungsleistungen umfassend erläutert. Dann kam es doch anders.

Werdohl ‒ Für die Vergabeausschusssitzung am Donnerstagmorgen war unter anderem eine Entscheidung über die Vergabe des Planungsauftrages für das „Naturerlebnis Lennebogen“ vorgesehen. Das sollte gewährleisten, dass die schon bewilligten Fördermittel in Höhe von rund 241.000 Euro auf jeden Fall noch in diesem Jahr verbaut werden können. Gelänge dies nämlich nicht, wäre das Geld für die Stadt Werdohl verloren.

Die Vergabe des Planungsauftrages wurde dann aber kurzfristig von der Tagesordnung des Vergabeausschusses genommen. Es gebe bei einigen Angeboten noch Klärungsbedarf, begründete Fachbereichsleiter Thomas Schroeder auf Nachfrage dieser Zeitung. Dass vor der Vergabe von Aufträgen noch Fragen geklärt werden müssen, sei nichts Ungewöhnliches, erklärte Schroeder. Meistens gelinge das auch noch rechtzeitig vor der Sitzung des Vergabeausschusses. In diesem Fall sei es aber nicht gelungen.

Was bedeutet das nun in dieser doch angeblich so dringenden Angelegenheit? Die Verwaltung werde die offenen Fragen so schnell wie möglich klären, versicherte Schroeder. Eine Vergabe des Planungsauftrages durch den Vergabeausschuss wäre aber dennoch erst in dessen nächster Sitzung am 5. Mai möglich. Damit würde die Stadt fünf Wochen verlieren.

Es gibt aber auch die Möglichkeit eines Dringlichkeitsbeschlusses. Dazu sieht die NRW-Gemeindeordnung vor, dass der Bürgermeister zusammen mit einem Ratsmitglied eine Entscheidung treffen kann, die dem Ausschuss beziehungsweise dem Rat in dessen nächster Sitzung zur Genehmigung vorzulegen ist. Davon wird die Stadt wohl in diesem Fall Gebrauch machen, um nicht zu viel wertvolle Zeit zu verlieren.

Für das Projekt „Naturerlebnis Lennebogen“ erhält Werdohl eine 100-prozentige Förderung des Landes aus dem Programm Grüne Infrastruktur. Mit dem Geld soll der Weg entlang der Lenne zwischen dem Parkplatz an der Goethestraße und dem Eisenbahntunnel Ütterlingsen neu gestaltet werden.

Eine der in diesem Zusammenhang geplanten Maßnahmen ist der Verlegung des Weges unter der Stadtbrücke; dort soll der Weg später auf der flussnahen Seite am Brückenpfeiler vorbeilaufen, um Fußgänger und Radfahrer besser von der Straße abzuschirmen. Geplant ist außerdem, die Ufer der Soppe abzuflachen und zu bepflanzen, um sie damit ökologisch aufzuwerten. Außerdem soll im Zuge der Umsetzung des Projektes auch eine neue Baumallee an der Altenaer Straße gepflanzt werden, wo im Sommer 2018 etwa 100 von einem Pilz befallene Eschen gefällt werden mussten. Nun soll der Alleecharakter durch die Neuanpflanzung von Bäumen – die Rede ist von Stiel-Eiche, Vogel-Kirsche und Feld-Ahorn – wieder hergestellt werden. Auch der Aufenthaltsbereich mit Bänken und Boule-Bahn soll neu gestaltet und aufgewertet werden.

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