Özkan Erdogan will Bürgermeister in Werdohl werden

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Özkan Erdogan gab Montagmittag bei Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel seine Bewerbung um das Bürgermeisteramt sowie rund 250 Unterstützerunterschriften ab.

Werdohl - Mit dem 35-jährigen Rathausmitarbeiter Özkan Erdogan hat am Montag der vierte Bewerber ums Bürgermeisteramt seine Unterlagen beim Ordnungsamt eingereicht. Der Wahlausschuss wird Dienstag um 16 Uhr prüfen und entscheiden, ob alle Kandidaten für die Wahl am 25. Mai zugelassen werden können.

160 Unterstützerunterschriften sind bei einem parteilosen Bewerber gefordert, Özkan Erdogan legte Montag rund 250 vor. Erdogan ist ledig, gebürtiger Werdohler und wuchs mit seinen Eltern sowie zwei Schwestern und drei Brüdern in Werdohl auf.

Nach der Grundschule in Kleinhammer besuchte er die Hauptschule. 1995 machte er seine Lehre beim Baubetriebshof der Stadt als Elektroniker in Gebäudetechnik. Damals war noch Stadtdirektor Manfred Wolf sein oberster Chef. Nach der Lehre wurde er unbefristet übernommen, mittlerweile ist er seit 19 Jahren bei der Stadtverwaltung beschäftigt.

Im Jahre 2009 wechselte er im Zuge der großen Verwaltungsumstrukturierung des damaligen Bürgermeisters Jörg Bora ins Rathaus in die Abteilung der Gebäudeunterhaltung.

Erdogan kommt überaus selbstbewusst daher und ist sehr redegewandt: „Ich habe alles bei der Stadt gesehen, ich bin bekannt wie ein bunter Hund. Ich glaube, ich bin sogar bekannter als die anderen drei Kandidaten.“

Als der von ihm sehr geschätzte Bürgermeister Griebsch erklärte, nicht noch einmal anzutreten, reifte in Erdogan die Idee, es selbst zu versuchen. Von Freunden und Bekannten habe er in ersten Gesprächen viel Unterstützung erhalten, die Skepsis und der Respekt vor dem „ehrenvollen Amt“ hätten ihn aber noch einige Zeit zurückgehalten.

Am Mittwoch vergangener Woche habe er die Bewerberunterlagen im Rathaus abgeholt und bis einschließlich Sonntag die Unterstützerunterschriften gesammelt. Am Montagmittag reichte er die Unterschriften zur Prüfung bei Andrea Mentzel ein.-

Erdogan versteht sich als Werdohler: „Ich war zuletzt 1997 in der Türkei. Mein Deutsch ist besser als mein Türkisch.“ Sein Migrationshintergrund sei gut für das Bürgermeisteramt in Werdohl: „Ich bin die ideale Brücke für die Bevölkerung.“

Er kenne sich in beiden Kulturkreisen bestens aus. „Ich bin ein Bürgermeister zum Anfassen, ich kenne die Verwaltung, ich will gemeinsam mit allen Fraktionen im Rat das Beste für die Stadt“, mangelt es Erdogan nicht an großen Zielen.

Parteipolitik habe er nie gemacht, aber seine Orientierung sei „schon eher rot“. Bürgermeister Griebsch ist ihm ein Vorbild, sagt er mehr als einmal.

Natürlich wisse er um das Haushaltssanierungskonzept und dessen Zwänge: „Ich weiß, wie und wo man am besten einsparen kann. Ich kann sehr gut verhandeln.“ Er habe mit nahezu allen Werdohler Unternehmen zusammengearbeitet, das sei ihm ein Vorteil.

„Ich trage mein Herz auf der Zunge, ich bin ehrlich, ich bin direkt, das brauchen wir hier in Werdohl“, sagt er über sich selbst und seine Stadt.

Jetzt komme es darauf an, ob die Wähler bereit seien für den ersten türkisch-stämmigen Bürgermeister. Arbeitsbereit sei er ohnehin: „Ich bin ledig, ich hänge mich ja jetzt schon voll rein in meine Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger.“

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