Ökumenischer Gottesdienst im Bahnhof

Dicht gedrängt saßen die Besucher des ökumenischen Gottesdienstes im Bahnhofscafé.

WERDOHL - Wartende Menschen auf dem Bahnsteig, ein- und ausfahrende Regionalzüge und dazu die Ansage von Pfarrer Dirk Grzegorek: „Achtung, Achtung: Es fährt ein der Zug durchs Leben. Vorsicht an der Bahnsteigkante.“ Wahrlich ein passendes Szenario für den ökumenischen Gottesdienst, der am Freitagabend unter dem Thema „Lebenszeit – Reisezeit“ im Café im neuen Werdohler Kulturbahnhof – auch auf Initiative des Kleinen Kulturforums – stattfand.

Dicht gedrängt saßen, hockten oder standen die Besucher, um zu erleben, wie das Motto des Abends von Grzegorek, Dieter Kuhlo-Schöneberg und Pater Kamil mit Inhalten gefüllt wurde. Für einen Gottesdienst lang sollten die Uhren anders ticken und die Reise mit Gott beginnen.

Vorbereitungen hatten auch Kinder der evangelischen und katholischen Grundschule getroffen: Sie hatten sich zuvor im Unterricht Gedanken gemacht und packten ihre Koffer mit Dingen, die unbedingt auf der Reise dabei sein sollten: Kompass, Taschenlampe, Decke, Verbandszeug, Kuscheltiere, Familienfoto, Sportsachen, eine Uhr und auch das Kreuz von der Erstkommunion.

Sämtlich Symbole, deren Auswahl und Bedeutung Kuhlo-Schöneberg als weise und weitsichtig interpretierte, weil sie nicht zuletzt Zeichen der Geborgenheit und Liebe seien, sondern helfen würden, Wunden zu verbinden und im gewonnenen Licht die Richtung zu finden und zu mahnen, die Zeit gut zu nutzen.

Die Lebensreise sei gewiss auch mit der Suche nach ihrem Sinn verbunden und mit der Frage, ob es diesen Sinn tatsächlich gebe. Die Erkenntnis für Kuhlo-Schöneberg lag in dem Hinweis: „Ich bin auf dieser Reise nicht allein, weil Jesus bei mir ist“ und Geborgenheit biete.

Ob zuhause oder in der Fremde: Es sei ein starkes „Du“ vorhanden. Egal, wie die Reise weitergehe – ob man vor Trümmern stehe oder neuen Herausforderungen: Am Ende füge sich alles zusammen, weil Jesus da sei.

Presbyter Lothar Jeßegus mahnte freilich auch, man solle auf dieser Reise nicht unbedingt nach dem bequemsten, sondern nach dem besten Weg suchen, wobei der Aufbruch zumeist Risiko und Chance zugleich sei.

Musikalisch umrahmt wurde der ökumenische Gottesdienst durch Marion Jeßegus am Keyboard und Lena Klaus, die ihre Klarinette spielte.

Von Rainer Kanbach

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