Fischtreppe für eine Million Euro

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Die alte Fischtreppe an der Schlacht ist nicht mehr funktionstüchtig und soll ersetzt werden.

Werdohl - Nach der ökologischen Aufwertung der Verse, die die Stadt in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat, soll nun auch an der Lenne etwas passieren. Das hänge mit dem für die Jahre 2019/20 geplanten Neubau der Lennebrücke in Ütterlingsen zusammen, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt- und Stadtentwicklung (Ustea) in ihrer Sitzung in dieser Woche.

Der NRW-Landesbetrieb Straßenbau muss für den Bau der neuen Brücke mehrfach Eingriffe in die Lenne vornehmen: Zur Errichtung der Behelfsbrücke und für den Abriss der alten Brücke müssen Dämme aufgeschüttet werden und zum Bau der Brückenpfeiler müssen Baugruben ausgehoben werden.

Diese Eingriffe in die Ökologie des Flusses muss der Landesbetrieb durch andere Maßnahmen ausgleichen. Geschehen soll das, indem sich Straßen.NRW an den Planungs- und Baukosten für eine Sohlgleite als Fischaufstiegshilfe an dem Querbauwerk in der Lenne in Höhe des zukünftigen Westparks an der Schlacht beteiligt.

Dort befindet sich zwar eine Fischtreppe, allerdings ist sie offenbar nicht mehr funktionstüchtig. Die Gesamtkosten für eine neue Aufstiegshilfe seien derzeit mit 1 Million Euro beziffert, der Landesbetrieb werde sich daran mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 476 000 Euro beteiligen, hieß es in der Ustea-Sitzung.

Der verbleibende Restbetrag in Höhe von 524 000 Euro werde durch einen Zuschuss des Landes, das die Maßnahme als Pilotprojekt fördert, in Höhe von gut 470 000 Euro und durch einen Eigenanteil der Stadt in Höhe von rund 52 000 Euro aufgebracht.

Stadt und Landesbetrieb kommen mit dieser Regelung auch dem Eigentümer des benachbarten Wehres der Wasserkraftanlage Schlacht entgegen, der sich nach Angaben der Stadtverwaltung allein nicht in der Lage sieht, die durch das Wasserhaushaltsgesetz geforderte Sohlgleite zu finanzieren. Er habe jedoch die Entwurfsplanung übernommen; den Rest der Kosten teilen sich wie beschrieben, Straßen.NRW, Land und Stadt. Die Stadt verspricht sich von einer neuen Sohlgleite auch eine Steigerung der Attraktivität des zukünftigen Westparks. Der Ustea-Vorsitzende Jürgen Henke (SPD) begrüßte die geplante Maßnahme: „Es ist erfreulich, dass wir mit der naturnahen Gewässergestaltung nun auch an der Schlacht ein Stück weiterkommen“, sagte er.

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