Öffnungszeiten der Werdohler Kitas unverändert

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Kinder experimentieren bei einem Entdeckertag in der städtischen Kita GerneGroß.

Werdohl - Frühestens um 7 Uhr können Werdohler Eltern ihren Nachwuchs in eine der Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet bringen.

Sieben Kitas öffnen jeweils um 7 Uhr, zwei um 7.15 Uhr. Das geht aus der Antwort auf eine kleinen Anfrage der FDP an die Landesregierung hervor. Nach den Angaben des zuständigen Ministeriums schließen sieben der Werdohler Einrichtungen um 16 Uhr, zwei Kitas haben eine Viertelstunde länger geöffnet.

Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in NRW weist in ihrem Antwortschreiben an die FDP-Abgeordneten auf ein Kernanliegen der Landesregierung hin: Die Bestrebungen, die Kindertagesbetreuung quantitativ sowie qualitativ auszubauen, um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

In der Auswertung des Ministeriums seien alle Kindertageseinrichtungen berücksichtigt, die einen Zuschuss nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) erhalten, und einen Meldebogen im KiBiz.web hinterlegt hätten. Demnach gibt es in den Nachbarstädten Altena und Plettenberg ebenfalls keine Kita, die vor 7 Uhr öffnet oder die nach 16.15 Uhr noch geöffnet hat.

Anders sieht es dagegen in Lüdenscheid aus. Dort können Eltern Einrichtungen nutzen, die bereits um 6.15, beziehungsweise um 6.30 Uhr öffnen, sowie eine Kita, die erst um 18 Uhr schließt.

In mehreren größeren Städten, beispielsweise im Ruhrgebiet, reichen die Betreuungszeiten inzwischen von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr oder sogar noch darüber hinaus.

„In den vergangenen Jahren haben sich die Öffnungszeiten der Werdohler Einrichtungen nicht geändert“, sagt Fachbereichsleiter Bodo Schmidt. „Es gibt keinen Druck aus der Elternschaft, der uns dazu veranlassen würde, etwas zu ändern.“ Vereinzelt gebe es zwar Nachfragen, doch man bemühe sich, diese über Tagespflegeangebote auszugleichen.

„Wir sind ja intensiv damit beschäftigt, das Tagespflegeangebot über die Arbeiterwohlfahrt weiter auszubauen“, stellt der Fachbereichsleiter fest. Dennoch könne er sich vorstellen, dass eine Reihe von Familien Probleme bezüglich der Kinderbetreuung hätten. „Da wird sicherlich eine Menge durch die Verwandtschaft aufgefangen“, ist Schmidt überzeugt, dass oftmals Omas, Opas oder auch Tanten und Onkel auf den Nachwuchs berufstätiger Eltern achten würden.

Grundsätzlich würde die Stadt gerne die Betreuungszeiten ausweiten; auch die Teams der Kitas seien flexibel, sagt Schmidt. „Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen, es liegt daran, dass wir nicht können“, unterstreicht der Fachbereichsleiter – und weist auf die finanzielle Situation der Stärkungspakt-Kommune Werdohl hin. Die Stadt müsse pro Jahr circa 600 Kita-Plätze vorhalten. „Das ist ein großes Zuschussgeschäft“, stellt er fest.

Allerdings hoffe die Verwaltung auf Bewegungen im Bereich des Kinderbildungsgesetzes: „Es scheinen sich dort Veränderungen anzubahnen, die eventuell auch eine finanzielle Entlastung für die Stadt Werdohl mit sich bringen können.“

Von Carla Witt

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