Wechselunterricht ab 22. Februar

Öffnung der Grundschulen: Lehrer fürchten das Virus im Klassenraum

Noch sind die Klassenräume leer, ab 22. Februar sollen die Grundschüler aber stufenweise in die Klassenräume zurückkehren.
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Noch sind die Klassenräume leer, ab 22. Februar sollen die Grundschüler aber stufenweise in die Klassenräume zurückkehren.

Die Schulen in NRW sollen sich vorsichtig aus der Corona-Pandemie zurück in die Normalität tasten. Ab dem 22. Februar soll es zunächst in den Grundschulen einen Wechselunterricht geben.

Das heißt: Es kommen nicht alle Kinder gleichzeitig in die Schulen, stattdessen soll es abwechselnd Präsenz- und Distanzunterricht geben.

Maria Apprecht, Leiterin der katholischen St.-Michael-Grundschule in der Werdohler Innenstadt ist skeptisch, ob das Wechselunterricht-System wirklich so gut durchdacht ist. Bei größeren Gruppen in der Klasse verbreiteten sich die Aersole im Raum und es müssten festen Gruppen ja auch feste Lehrer zugeordnet werden, um eine Durchmischung zu vermeiden, gibt sie zu bedenken. „Das Ganze ist schon sehr, sehr fragil“, sagt sie und hält das System in einer Stadt wie Werdohl, wo die Infektionszahl noch immer hoch ist und vermutlich auch Mutationsformen des Virus vorhanden seien, für riskant.

Schulleiterin hat „Bauchschmerzen“

Auch ihre Kollegin Nina Manns, die die Gemeinschaftsgrundschule Werdohl mit den beiden Standorten auf der Königsburg und in Kleinhammer leitet, hat nach eigenem Bekunden „Bauchschmerzen“, wenn sie an den Unterricht in den nächsten Wochen denkt. Denn auch Manns kennt natürlich die Infektionslage in Werdohl und sagt deshalb für sich und ihr Kollegium: „Wir setzen uns da schon einer Gefahr aus.“ Zwar können Lehrer zwei Mal pro Woche auf Corona getestet werden und sie erhalten auch täglich zwei FFP2-Masken, um sich zu schützen. Doch Nina Manns weiß, dass der Teufel wie so oft im Detail steckt. „Regelmäßige Test sind nur möglich, wenn das Labor auch zu uns an die Schule kommen kann“, glaubt sie. Denn: Sich durch den Hausarzt testen zu lassen, sei für Lehrer oftmals nicht möglich, weil die Zeiten, zu denen das möglich wäre, mit den Arbeitszeiten der Pädagogen kollidierten.

Dennoch hat Nina Manns am Donnerstag bereits mit dem Kollegium zusammen überlegt, wie die Pläne von Schulministerin Yvonne Gebauer umgesetzt werden könnten. Die Erkenntnis nach zwei Stunden: „Wir haben noch keinen konkreten Plan.“ Offenbar auch, weil wieder einmal noch konkrete Vorgaben aus dem Ministerium fehlen. Was Manns und ihre Kolleginnen aber schon festgestellt haben: Dass die Schulen selbst entscheiden können, in welchem Rhythmus sie den Wechselunterricht gestalten, ist keineswegs ein Vorteil. Denn manche Lehrerinnen und Lehrer haben auch selbst Kinder im Grundschulalter, deren Unterrichtszeiten sich von denen der Eltern unterscheiden können. „Deswegen wäre es besser, wenn es für alle Schulen eine einheitliche Regelung geben würde“, sagt Nina Manns mit dem Wissen aus der Praxis.

Mehr Zuversicht in Balve

In Balve sind die Schulleiterinnen zuversichtlicher. „Es ist schön, dass wir noch über eine Woche an Zeit haben, um zu planen, was uns vom Schulministerium vorgegeben wird“, geht Birgit Heckmann von der St.-Johannes-Grundschule die neue Schulzeit relativ gelassen an. „Immerhin haben wir seit dem vergangenen März alle Vorgaben umgesetzt, die erlassen wurden.“ Sie und ihre Kolleginnen freuen sich auf eine Schule, in der Kinder dann wieder in ihren Klassen unterrichtet werden können. „All das werden wir am Rosenmontag planen, dem uns in Balve für alle Schulen zur Verfügung gestellten beweglichen Feiertag.“ Dann werden auch die verschiedenen Modelle zum Wechselunterricht diskutiert: Welche Klassen kommen tage- oder wochenweise? Gespannt ist Birgit Heckmann, wie die Corona-Tests für die Lehrer umgesetzt werden sollen. „Auch hier warten wir auf genaue Anweisungen.“

Ähnlich sieht dies Garbecks Grundschulleiterin Dorothe Gastreich-Kneer. „Im vergangenen Jahr mussten wir uns zahlreichen, immer wieder neuen und vor allem sehr spontan gestellten Vorgaben stellen – die haben wir alle umsetzen können. Und so wird es auch dieses Mal wieder sein.“ Sie sieht ihre Schule jedenfalls bestens vorbereitet.

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