"Industrie ist die Basis unseres Wohlstands"

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zu Gast bei VDM Metals in Werdohl

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Ministerbesuch bei VDM (von links): VDM-Betriebsratsvorsitzender Volkmar Schmidt, der stellvertretende Fertigungsleiter Hans-Günter Jardzejewski, VDM-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Wahlers, Minister Garrelt Duin, IGM-Jugendsekretär Fabian Ferber, MdL Michael Scheffler und der Werdohler SPD-Ortsvereinsvorsitzende Udo Böhme.

Werdohl - NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat am Dienstag das Werdohler Werk von VDM Metals besucht und sich dabei unter anderem über die geplante 21-Millionen-Investition informiert. Der Politiker fand lobende Worte für das Engagement. Er hörte sich aber auch die Sorgen von Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Wahlers an.

Wahlers hatte dem Minister zunächst das Unternehmen anhand von Bildern und Fakten vorgestellt, dann ging es zu einem Rundgang durch das Unternehmen, das in Werdohl rund 700 Mitarbeiter in Produktion, Servicecenter und Verwaltung beschäftigt.

Der Geschäftsführer selbst und der stellvertretende Fertigungsleiter Hans-Günter Jardzejewski führten den Minister durch die Bandfertigung mit den Beiz- und Schleifanlagen, die Kaltwalzanlagen, die Glühanlagen und den Versand. Dann ging es weiter in die Folienfertigung und zum Abschluss ins Drahtwerk mit Grob- und Feinzug.

In den Gesprächen spielte natürlich der für das Jahr 2019 geplante Neubau einer Blankglühanlage eine zentrale Rolle. Wie berichtet, möchte VDM dafür eine 73 Meter lange und 14 Meter breite Halle sowie einen 50 Meter hohen Ofenturm errichten. Die neue Anlage soll die Produktionskapazität um 30 Prozent steigern. Außerdem möchte VDM damit sein Portfolio in der Sparte Bänder erweitern: Zukünftig sollen 350 bis 830 Millimeter breite und 0,4 bis 4 Millimeter dicke Bänder hergestellt werden können.

Damit will das Unternehmen nach Worten von Geschäftsführer Wahlers seine Stellung am Weltmarkt untermauern: „Unser erklärtes Ziel ist es, Nummer eins zu werden und zu bleiben“, sagte er.

Minister Duin fand lobende Worte für die Entscheidung der VDM-Eigner Lindsay Goldberg Vogel. Es gebe andere Investoren, die Unternehmen auspressten wie Zitronen. „Diese Entscheidung hier in Werdohl ist ein ganz anderes Zeichen“, spielte er darauf an, dass die Investition den Wert des Unternehmens steigern werde.

Wettbewerbsfähigkeit verbessern

Für den SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler, der den Minister auf seinem Besuch begleitete, ist die geplante Betriebserweiterung „ein gutes Signal nicht nur für Werdohl, sondern für die ganze Region“.

VDM-Geschäftsführer Wahlers hatte dem Minister auch die Probleme geschildert, mit denen VDM zu kämpfen hat. Dazu gehören offensichtlich eine mangelhafte Infrastruktur und hohe Energiekosten. Einer Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur habe sich die Landesregierung durch Investitionen in noch nicht da gewesener Höhe angenommen, um die Energiekosten in den Griff zu bekommen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern, solle die EEG-Umlage gedeckelt und die Stromsteuer abgeschafft werden, sagte Duin.

Südwestfalen ist ein Begriff

Der Wirtschaftsminister steht nicht zuletzt durch seine im Vorjahr präsentierten industriepolitischen Leitlinien im Ruf, der Industrie den roten Teppich auszurollen. Er selbst hält diese Darstellung offenbar für übertrieben, sagt aber: „Wir müssen wieder in die Öffentlichkeit bringen, dass die Industrie die Basis für unseren Wohlstand ist. Sie muss wieder eine größere Rolle spielen. Und damit sind genau solche Betriebe wie VDM gemeint.“

Dass sich Unternehmen in Südwestfalen gegenüber denen in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr benachteiligt sehen, kann Garrelt Duin im Übrigen nicht nachvollziehen. „Südwestfalen ist in Düsseldorf mittlerweile sehr wohl ein Begriff und damit ganz anders verankert als noch vor ein paar Jahren“, versicherte er, dass sich der Blick aus der Landeshauptstadt auf eine der stärksten Wirtschaftsregionen und Produktionsstätten Deutschlands verändert habe.

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