Minister Pinkwart: "Wasserstoff wird kommen, keine Frage"

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Die beiden Männer verstehen sich gut: Ludwig Kirchhoff-Stewens (rechts) hatte den Minister bei einer Messe in Chicago getroffen, Andreas Pinkwart sagte einen Besuch im Sauerland zu und löste sein Versprechen am Freitag ein.

Werdohl – Abseits von manchmal lähmenden Wahlkampf-Intervallen wurde am Freitag in Werdohl Zukunftspolitik gemacht. Der Werdohler Unternehmer Ludwig Kirchhoff-Stewens hatte den NRW-Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart vergangenen Herbst bei einer Messe in Chicago getroffen.

Eine gute Stunde hatten sich die beiden Männer damals unterhalten und festgestellt, dass sie gerade in Sachen alternativer Antriebe ähnliche Gedanken haben. Pinkwart sagte damals einen Besuch im Sauerland zu, Freitagnachmittag fuhr er – lediglich von einem Fahrer begleitet – im Industriegebiet Dresel vor.

Kirchhoff-Stewens hatte pflichtbewusst alle anderen Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis eingeladen, gekommen war aber lediglich Thorsten Schick (CDU). Den Besuch begleiteten Referatsleiter Dr. Johannes Bauerdick aus dem Ministerium und drei Abteilungsleiter von Rötelmann: Der kaufmännische Leiter Stefan Wesner, Betriebsleiter Volker Trinkaus und Konstruktionsleiter Peter Hahn.

Ludwig Kirchhoff-Stewens zeigte dem Minister Anlagenteile und Modelle, Betriebsleiter Trinkaus und Prokurist Wesner gaben weitere Informationen.


Kirchhoff-Stewens erzählte spannend die Firmengeschichte und führte den Minister durch die moderne Halle in Dresel. Pinkwart zeigte sich sehr interessiert und kenntnisreich, stellte seinerseits zahlreiche Fragen und ließ sich weitere Details aus dem Produktionsprozess erklären.

Beim anschließenden Meinungsaustausch kamen Minister und Firmenchef auf das eigentliche Thema: Wasserstoff und Brennstoffzellenantrieb. Rötelmann ist übrigens die einzige Firma weltweit, die eine funktionierende Absperreinheit für die Zufuhr von flüssigem Wasserstoff bei U-Booten bauen kann. Das Maschinenteil ist in der Lage, ohne Verluste 40 Grad kalten Wasserstoff im Inneren eines U-Bootes an den Antrieb zu bringen.

Kirchoff-Stewens: „Andere haben das versucht zu bauen, es aber nicht dicht bekommen.“ Sein Unternehmen stehe schon seit der Entwicklung durch seinen früh verstorbenen Vater für Innovationsbereitschaft.

CDU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schick (links) informierte sich gleichfalls.


Der Firmeninhaber wiederholte seine in diesem Medium ausführlich dargelegten Meinung, E-Mobilität aus Batteriestrom sei allenfalls eine Übergangslösung. Pinkwart ergriff das Wort und sagte, dass er sich sehr für E-Mobilität einsetze. Natürlich wisse er um die Kritik an der Herstellung der Batterien und der noch geringen Reichweite, aber: „Die muss man auf dem Bildschirm haben, sonst kann man nicht mitspielen.“ Er favorisiere Brennstoffzellen-Hybride mit Akku und Wasserstoff. Die Brennstoffzelle sei für die deutsche Industrie „nicht unspannend“.

Der Minister schaute sich alles ganz genau an.


Wasserstoff sei der Energieträger der Zukunft, nicht nur beim Antrieb. Viele Institutionen, Einrichtungen und Firmen würden daran forschen und damit arbeiten. Pinkwart versprach, Ludwig Kirchhoff-Stewens in diese Kreise zu vernetzen. In drei Clustern in NRW würden weitere Forschungszentren aufgebaut. Pinkwart möchte aber keine Festlegung: „Es soll kein Gegeneinander zu anderen Antrieben geben.“ Akku-Autos reichten für kurze Strecken in den Städten, mit Brennstoffzellen getriebene E-Fahrzeuge sieht er bei Lkw, Bussen, Zügen und im ÖPNV. An China könne man sich ein Beispiel nehmen: „Die nutzen einfach alles: Benzin, Diesel, Elektro, Wasserstoff.“

Ludwig Kirchhoff-Stewens präsentierte Modelle.


Vor zwölf Jahren habe er in einem umgebauten Ford Escort in Köln in einem Brennstoffzellen-Auto gesessen: „Ein tolles Fahren, leider war der Kofferraum voll mit Technik und das Auto hätte 300 000 Euro gekostet.“ Und trotzdem: „Wasserstoff kommt, keine Frage."

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