Ditib-Funktionär Fahrettin Alptekin in Mauretanien

Werdohler Muslim hilft in Afrika: Der Koran ist immer dabei

In Mauretanien leisteten der Werdohler Fahrettin Alptekin (links) und Tacettin Önal aus Hemer sowie Hülya Ceylan, die Geschäftsführerin des Ditib-Landesverbandes mit den Farben und Logos der türkischen Diyanet-Stiftung ihren ehrenamtlichen Hilfseinsatz.
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In Mauretanien leisteten der Werdohler Fahrettin Alptekin (links) und Tacettin Önal aus Hemer sowie Hülya Ceylan, die Geschäftsführerin des Ditib-Landesverbandes mit den Farben und Logos der türkischen Diyanet-Stiftung ihren ehrenamtlichen Hilfseinsatz.

Fahrettin Alptekin, regionaler Ditib-Funktionär für das Ruhrgebiet im Großraum Essen und Vorsitzender der islamischen Werdohler Gemeinde an der Freiheitstraße, ist wieder in Rahmen eines internationalen Hilfseinsatzes in muslimisch geprägten Entwicklungs- und Schwellenländern unterwegs.

Werdohl - Der 51-jährige Gebäudereinigermeister und Betriebsratsvorsitzender der Wirtschaftsdienste Hellersen war am Gründonnerstag mit anderen ehrenamtlichen Helfern nach Mauretanien und in den Senegal aufgebrochen, um durch religiöse Spendengelder finanzierte Lebensmittelpakete zu verteilen. Es ist nach Ulan Bator und Kasachstan sowie mehreren Einsätzen in Uganda die siebte Hilfsaktion, an der der Werdohler teilnimmt.

Alptekin war am 1. April nach Istanbul aufgebrochen, dort hatten sich neun Männer und sieben Frauen des von Alptekin geleiteten Ditib-Regionalverbandes Essen getroffen, um zunächst nach Nouakchott in die Hauptstadt Mauretaniens zu fliegen. Auch wenn in den besuchten Städten und Dörfern immer wieder die türkische Flagge in die Kameras gehalten wird, versteht Alptekin diesen Hilfseinsatz als eine deutsche Aktion. „Wir kommen aus Deutschland“, werde den Menschen dort vermittelt, schrieb er an die Redaktion. Auf den Ärmeln der Helfer sind die vier Flaggen der Länder Deutschland, Türkei, Mauretanien und Senegal abgebildet.

Der Koran wird freudig dankbar geküsst

Die Ehrenamtlichen verteilen in diesem April vor allem Kleidung, Trinkwasser in großen Plastikflaschen und Nahrungsmittel. Die Menschen bekommen dazu auch einen Koran überreicht, es gibt Videos, auf denen Afrikaner den von deutschen Muslimen übergebenen Koran freudig und dankbar küssen.

Bei der Hilfsaktion im Senegal trugen Alptekin und weitere Ehrenamtliche weiße T-Shirts mit den Landesfahnen und Herkunfshinweis „NRW Essen“.

Muslimas aus Deutschland wie Hülya Ceylan, die Geschäftsführerin des Ditib-Landesverbandes, sind mit traditionell gekleideten Afrikanerinnen zu sehen. Helfer wie Fahrettin Alptekin aus Werdohl oder Tacettin Önal aus Hemer lassen sich mit Kindern und Jugendlichen abbilden. Die Türken aus Deutschland verstehen etwas von Öffentlichkeitsarbeit für ihre türkische Community und schicken viele Live-Videobotschaften aus Afrika. Obwohl der Hilfseinsatz aus Deutschland kommt, wird nur in türkischer Sprache an die Spendengeber gesendet.

In Mauretanien besuchten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer neben der Hauptstadt Nouakchot die Kleinstädte Aleg, Rosso und Bougé. Mauretanien wird zu 100 Prozent von sunnitischen Muslimen bevölkert, die Amtssprache ist Arabisch, es wird aber auch in Französich unterrichtet, gesprochen wird Hassanie, ein maurisches Arabisch. Türkisch wird nicht verstanden.

Am 6. April ist die Gruppe deutscher Muslime ins westafrikanische Nachbarland Senegal weitergereist. Die Hauptstadt der ehemals französischen Kolonie ist Dakar, die deutschen Ditib-Helfer besuchen in Senegal vor allem ländliche Regionen. Auch Senegal ist ein islamisch dominiertes Land, bis zu 94 Prozent der Bewohner des Landes bekennen sich zum sunnitischen Islam. In Senegal werden ebenfalls Hilfsgüter, aber auch Spielsachen für Kinder verteilt. Der Koran ist selbstverständlich immer mit dabei. Während es in Werdohl schneit, herrschen im Wüstenstaat Senegal Temperaturen um die 38 Grad. Die Gruppe aus Deutschland trägt jetzt weiße T-Shirts mit Organisations-Aufdrucken. Alptekin will voraussichtlich am 10. April wieder in Werdohl zurück sein. „So Gott will“, schreibt der Muslim auf Deutsch.

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