Nothaushalte verderben der Musikschule die Feierlaune

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Musikschulleiter Martin Theile mit dem Jubiläums-Kalender zum 50-jährigen Bestehen.

WERDOHL - 50 Jahre Musikschule Lennetal, 20 Jahre Jugendsinfonieorchester und zehnjähriges Bestehen des musikschuleigenen Fördervereins: „Mit über 65 Veranstaltungen werden die drei Geburtstage im Laufe dieses Jahres gefeiert“, sagt Musikschulleiter Martin Theile. Doch es sind nicht die vielen großen und kleinen Konzerte und Klassenvorspiele im Jubiläumsjahr, die dem 33-jährigen Musikschulleiter schlaflose Nächte bereiten. „Haushaltssicherungskonzept, Nothaushalt und Stärkungspakt schweben über uns wie ein Damoklesschwert“, sorgt sich Martin Theile um die Zukunft der Musikschule.

Durch die Teilnahme am Stärkungspakt Stadtfinanzen sind die an der Musikschule beteiligten Städte Altena und Werdohl gezwungen, ihre Haushalte auszugleichen. Bereits in diesem Jahr wird die Stärkungspaktkommune Altena der Musikschule 12 000 Euro weniger überweisen als noch im Vorjahr. Und die im September vorgestellte und vom Rat der Stadt Werdohl beschlossene Sparliste, die 69 Einzelmaßnahmen umfasst, greift für die Musikschule ab 2014. Dann fehlen neben 25 000 Euro aus der Burgstadt weitere 12 500 Euro aus Werdohl. „Doch das sind nur die Zahlen der ersten beiden Jahre“, sagt Theile. So sollen die Zuschüsse in der Folgezeit weiter reduziert werden. Ab 2018 fehlen 60 000 Euro im Musikschuletat (jeweils 30 000 Euro aus Werdohl und 30 000 Euro aus Altena). Vier Jahre später sind durch Ratsbeschlüsse der beiden Städte Zuschussreduzierungen von 90 000 Euro (50 000 Euro aus Altena / 40 000 Euro aus Werdohl) vorgesehen.

„Die Musikschule ist in jeder Kommune eine freiwillige Leistung. Doch eigentlich sollte es eine Pflichtaufgabe sein. Schließlich erreichen wir mit unserem Angebot 1200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Lennetal“, gibt der Musikschulleiter zu bedenken. Letztlich gebe es nur zwei Möglichkeiten: „Entweder wir erhöhen die Einnahmen über die Elternbeiträge oder wir sparen beim Personal“, erklärt Theile das Dilemma. Die Gehälter für die 27 Lehrer machen laut Angaben des 33-Jährigen 90 Prozent der laufenden Kosten aus. „Bei jeder Verrentung haben wir seit der Jahrtausendwende Stunden abgebaut“, fügt er hinzu. Künftig werde es schwierig, weitere Einsparungen vorzunehmen, weil keine Verrentungen mehr anstünden. Bereits jetzt gebe es Wartelisten für Kinder, die gerne Klavier lernen möchten. Alle Lehrer seien ausgelastet, eine weitere Stundenreduzierung kaum möglich.

Doch trotz dieser enormen Herausforderung, der sich die Verantwortlichen der Musikschule in der Zukunft stellen müssen, und der noch vielen offenen Fragen werden in den kommenden Monaten die drei Geburtstage gebührend gefeiert.

Festakt am Riesei und Musikschulfest

In einem reich bebilderten und liebevoll gestalteten Wandkalender, der gleichzeitig als Chronik und Festschrift fungiert, finden sich neben Terminen für die Wochen der Musik, die jeweils vor den Schulferien stattfinden, zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des Jubiläumsjahres: Das Konzert des Jugendsinfonieorchesters mit Festakt im Rahmen des Kulturbogens ist für Donnerstag, 21. März, um 19.30 Uhr im Festsaal Riesei geplant. Neben dem Landrat des Märkischen Kreises, den vier Bürgermeistern der an der Musikschule beteiligten Städte Werdohl, Neuenrade, Altena und Plettenberg gehört dann auch der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Musikschulen zu den Ehrengästen. Zudem haben viele ehemalige Musikschullehrer ihr Kommen bereits zugesagt.

Der offizielle Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins wird am Sonntag, 9. Juni, im Rahmen eines Förderpreiskonzertes begangen. Los geht es um 11 Uhr im Plettenberger Ratssaal.

„Klassik meets Pop“ lautet das Motto des Musikschulfestes im Herzen Neuenrades, zu dem der Bürgermeister der Hönnestadt, Klaus Peter Sasse, und Musikschulleiter Martin Theile für Samstag, 15. Juni, einladen. „Wenn das Wetter mitspielt, soll die Veranstaltung draußen stattfinden“, plant Theile. Ein weiterer Höhepunkt im Geburtstagsjahr sei das Konzert des Jugendsinfonieorchesters, das am Sonntag, 13. Oktober, um 17 Uhr im Burggymnasium Altena im Wandkalender eingetragen ist. „Wir haben alle ehemaligen Musiker des Orchesters eingeladen. Stefan Köhler – er gründete das Orchester 1993 gemeinsam mit Sebastian Hoffmann – wird dann dirigieren“, erklärt Theile die Pläne für das Konzert. Bereits Anfang des vergangenen Jahres hatten Theile und sein Team erste Ideen für die Gestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten geplant. Im Frühjahr sammelten die Musiker Texte und Bilder für den Kalender und zurrten das Programm fest. Ende Februar soll auch die neue Homepage online gehen.

Von Ute Heinze

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