Ein Effekt ist feststellbar

Notbetreuung in den Kitas: So läuft es in Werdohl

Viele Bauklötze bleiben in den Kindertageseinrichtungen in Werdohl derzeit ungenutzt. Die Kitas sind im Notbetrieb und damit entsprechend weniger Mädchen und Jungen in den Einrichtungen.
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Viele Bauklötze bleiben in den Kindertageseinrichtungen in Werdohl derzeit ungenutzt. Die Kitas sind im Notbetrieb und damit entsprechend weniger Mädchen und Jungen in den Einrichtungen.

Seit gut einer Woche läuft in den Kindertagesstätten die bedarfsorientierte Notbetreuung. Relativ kurzfristig hatte die Landesregierung am Freitag, 23. April, über die neuerliche Anpassung des Betriebs informiert. Die Einrichtungen mussten schnell reagieren.

Inzwischen scheint sich die Regelung aber gut eingespielt zu haben. Neu ist in erster Linie, dass Eltern ihr Kind jetzt jede Woche schriftlich für die Betreuung anmelden müssen. Wie Iris Diedenhofen, Gebietsleiterin des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen für den Märkischen Kreis, berichtet, habe die Umstellung auf bedarfsorientierten Betrieb in den beiden Werdohler Kitas einen großen Effekt gehabt.

„Werdohl stellt damit die Ausnahme im Märkischen Kreis dar“, sagt Diedenhofen. In den anderen Kindergärten des Zweckverbandes habe die Neuregelung so gut wie nichts bewirkt. Es kämen genauso viele Kinder wie vorher. In der Kindertagesstätte St. Bonifatius allerdings, die an der Kirchstraße liegt, hat sich seit dem 26. April die Zahl der Kinder, die die Einrichtung täglich besuchen, fast halbiert. Statt zuvor 30, kommen momentan noch 15 bis 18 von insgesamt 44 in diese Kita. Ganz ähnlich ist es in der Kita St. Michael, wo nur noch 20 von 65 Kindern betreut werden. In den Wochen zuvor, als es noch den eingeschränkten Regelbetrieb gab, waren es 40.

Lage ist auch in den städtischen Kitas recht entspannt

Iris Diedenhofen lobt die Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder vorerst wieder verstärkt zu Hause zu betreuen. „Anscheinend hat die Umstellung etwas gebracht“, so die Gebietsleiterin.

In den städtischen Kindergärten ist die Lage ebenfalls recht entspannt. Sabine Bleckmann, administrative Leiterin der Abteilung Jugend und Soziales, erzählt, dass die Zahlen schon seit längerer Zeit immer wieder schwanken. Bemerkbar mache sich vor allem, ob es einen ausdrücklichen Appell an die Eltern gab, der vom zuständigen Ministerium kommt. Tendenziell gingen dann die Zahlen erst runter, mit der Zeit kämen aber auch wieder mehr Kinder.

Auslastung liegt zwischen 25 und 55 Prozent

Im Augenblick liege die Auslastung der vier städtischen Kitas zwischen 25 und 55 Prozent. Sie variiert je nach Einrichtung. So befinden sich in der Kita Momo beispielsweise 30 von 65 Kindern in der Notbetreuung, in der Wunderkiste sind es 25 von 65, im Budenzauber 15 von 65. Wenig los ist auch im größten städtischen Kindergarten, der Kita Gernegroß. Von den 100 regulären Plätzen, werden derzeit 25 von den Eltern in Anspruch genommen. „Das liegt aber auch daran, dass sich gerade eine Gruppe in Quarantäne befindet“, sagt Sabine Bleckmann. Ein Kind sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Gruppenmitglieder sowie drei Erzieherinnen müssen daher vorsorglich zu Hause bleiben, um die Ausbreitung in der Einrichtung zu verhindern. Sabine Bleckmann betont in dem Zusammenhang, wie wichtig regelmäßige Tests auf das Virus sind. Den Infektionsfall in der Kita Gernegroß hatte man nur bemerkt, weil die Eltern des Kindes die kostenlosen Selbsttests genutzt hatten.

Erst seit kurzer Zeit werden die Kitas mit diesen Corona-Selbsttests versorgt, die sie regelmäßig an die Eltern herausgeben. Auf freiwilliger Basis können sie zusammen mit ihrem Kind diesen Test daheim machen. Die Bereitschaft der Eltern sei in den städtischen Kitas groß, meint Bleckmann. Dass es viele kritische Stimmen gebe, die die Tests von vornherein ablehnen, sei ihr nicht bekannt. Wohl aber, dass es eine hohe Nachfrage gab, schon bevor die Testpakete in den Einrichtungen eintrafen. Das Interesse sei weiter hoch. „Wir warten schon recht dringend auf die nächste Lieferung“, so Bleckmann.

Tests werden gut angenommen

Auch im Awo-Familienzentrum Sonnenschein in Pungelscheid werden die Tests gut angenommen, berichtet Einrichtungsleiter Lothar Freerksema. „Viele werden getestet, manche nicht.“ Die Testungen sind freiwillig, dementsprechend unterschiedlich gingen die Eltern damit um, betont Freerksema. Grundsätzlich stehen jedem Kind zwei Tests pro Woche zu, die in der Regel montags und donnerstags gemacht werden.

Genau so individuell wie der Umgang mit den Coronatests sei auch der Bedarf an Betreuung, sagt Freerksema. „Manche kommen nur an einzelnen Tagen, andere durchgängig.“ Insgesamt habe sich in der Awo-Kita nach der Neuregelung kaum etwas verändert. „Wir waren auch vorher schon relativ wenig Kinder“, sagt der Einrichtungsleiter. Im Augenblick sind 25 von 88 Kindern in der Einrichtung.

Nicht der riesengroße Effekt

Dass die bedarfsorientierte Betreuung nicht den riesengroßen Effekt hatte, meint übrigens auch Sabine Bleckmann: „Mag sein, dass ein paar weniger kommen, aber dass es einen von den Socken haut – Nö.“

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