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Ein Stück Normalität im Schulalltag

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Von: Carla Witt

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Corona-Test in der Schule
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Auch an den Werdohler Schulen werden seit dem Ende der Osterferien keine Corona-Tests mehr durchgeführt. © Christoph Soeder/dpa

Die Maskenpflicht besteht nicht mehr und auch die regelmäßigen Corona-Tests vor Unterrichtsbeginn gehören der Vergangenheit an: Für viele Schüler fühlte sich der erste Schultag nach den Osterferien am Montag fast wieder wie früher – vor Corona – an.

Vor zwei Jahren, nach den Osterferien 2020, war von Normalität keine Rede: Nachdem die Schulen am 16. März geschlossen worden waren, kehrten die Kinder und Jugendlichen erst im Mai nach und nach sowie tageweise in ihre Klassen zurück.

„Der Weg in die Normalität wird dennoch eine Weile dauern“, ist Michael Stemski überzeugt. Für den Konrektor der Werdohler Realschule hat sich durch die Ferienpause nichts verändert: „Ich trage weiterhin Maske.“ Dagegen seien zahlreiche Schülerinnen und Schüler inzwischen ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Den Wegfall der regelmäßigen Corona-Tests empfindet Stemski mit Blick auf den Schulalltag als Erleichterung: „Es ist nett, dass wir diese Zeit jetzt für den Unterricht verwenden können.“

Werbung für den Mund-Nasen-Schutz

Mit der Bewertung der Gesamtsituation tut sich der Pädagoge allerdings schwer: „Wir wissen nicht, ob die Aufgabe aller Vorsichtsmaßnahmen als Bumerang zu uns zurückkommt. Das kann ich einfach nicht einschätzen.“ In der Realschule werde auf jeden Fall weiterhin für das Tragen einer Maske geworben. „Und die Schüler, die demnächst zur Klassenfahrt starten, tragen die Maske auch. Denn wer an Corona erkrankt ist, der kann natürlich nicht mitfahren.“

Momentan seien zwei der insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler mit dem Virus infiziert und könnten nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, berichtet Schulsekretärin Johanna Trautmann-Stuberg.

Gut erholt zurück aus den Ferien

An der Albert-Einstein-Gesamtschule hat die Zahl der Nicht-Maskenträger nach den Osterferien ebenfalls zugenommen, berichtet Schulleiter Sven Stocks. Er selbst werden den Mund-Nasen-Schutz weiterhin tragen. Große Sorge mache sich das Kollegium nach der Aufgabe der Masken- und der Testpflicht aber nicht. „Zumindest war das heute kein Thema. Alle sind erholt aus den Osterferien zurückgekehrt“, berichtet der Schulleiter.

Durch den Wegfall der Corona-Tests sei ein Stückchen Normalität eingekehrt. „Niemand hat die Tests heute hier vermisst – unabhängig davon, ob sie sinnvoll sind oder nicht“, stellt Sven Stocks fest. Glücklicherweise befinde man sich inzwischen in einer Phase der Pandemie, in der die meisten der Infizierten nur unter Erkältungssymptome zu leiden hätten. „Dennoch gibt es noch schwere Verläufe – und niemand weiß, wie es weitergeht.“

Abwarten und die Lage beobachten

Diese Tatsache lässt auch Nina Manns, die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, etwas ratlos zurück. „Wir können ja im Grunde jetzt nur abwarten, wie sich alles entwickelt“, bilanziert sie. Ein Großteil der Kinder verzichte nun auf das Tragen einer Maske; das Kollegium dagegen werde den Schutz noch nicht ablegen. „Auch nicht in den Gemeinschaftsräumen der Lehrkräfte“, erklärt Nina Manns.

Die Schulleiterin empfindet die Situation als merkwürdig. „Zwei Jahre mussten wir uns an viele Regeln halten – und jetzt gibt es keine Vorsichtsmaßnahmen mehr, obwohl Corona ja nicht verschwunden ist. Deshalb hatte der ein oder andere auch damit gerechnet, dass im letzten Moment doch noch eine Mail vom Schulministerium kommt.“ Trotz der Unsicherheit sei die Stimmung im Kollegium aber gut. Die meisten Lehrer hätten die Ferien genießen können. „Wir haben darüber gesprochen, wie gut diese Zeit getan hat. Corona war heute tatsächlich kein großes Thema.“

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