Nordmanntanne bleibt im Trend

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Christian Crone mit einem Kunden bei der Suche nach dem passenden Christbaum.

Werdohl - „Unseren eigenen Baum sucht meine Frau Iris aus. Ich selbst würde ja einfach den letzten, der übrig bleibt, nehmen“, sagt Landwirt Christian Crone. Derzeit verkauft er einen Baum nach dem anderen – doch den Blick für den schönsten hat er sich dabei noch nicht antrainiert. Die Auswahl überlässt er gerne seiner Gattin.

Mehrere Hundert Bäume hat Crone derzeit im Angebot. „Wir möchten möglichst viele Weihnachtsfeiern möglich machen“, sagt der Landwirt und seine Augen strahlen dabei. Drei Baumarten hat er im Verkauf: „70 Prozent sind Nordmanntannen, die restlichen Bäume sind Edeltannen – 25 Prozent Blaufichten und nochmal fünf Prozent Rotfichten.“

Angeboten werden die Christbäume auf dem Hof Crone in Größen von einem bis drei Meter. „Auf Wunsch kann ich aber auch eine vier Meter hohe Tanne besorgen“, stellt der Weihnachtsfreund klar. Die ersten Käufer – zumeist heimische Firmen – finden sich auf seinem Hof schon in der Woche vor dem ersten Advent ein. Das eigentlich Geschäft startet aber erst in der Woche zwischen dem zweiten und dem dritten Advent. Ab da hätte er „kontinuierlichen Zuspruch“ an der Baum-Front.

„Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben“, betont der Landwirt. Nordmanntannen kosten 20 Euro pro Meter, Blaufichten gibt es für zwölf Euro den Meter und Rotfichten wechseln für einen Meter-Preis von neun Euro den Besitzer. Einige Bäume hat Crone selbst herangezogen. „Alle anderen kommen aber auch aus dem Sauerland“, legt er Wert auf regionale Erzeugnisse.

Gut 30 Tannenbäume waren bis vor einer Woche schon von Käufern ausgesucht und zur Abholung reserviert. Ein paar wenige hatten das gute Stück auch schon mit heim genommen. „Manche sind über die Feiertage verreist“, weiß Crone. „Die wollen ihren Baum dann schon vorher im Wohnzimmer oder Wintergarten genießen. Andere stellen ihn jetzt schon im Garten auf.“

Die meisten Kunden kommen Jahr für Jahr wieder – aus Werdohl, Plettenberg, Lüdenscheid, ja sogar aus dem Ruhrgebiet. „Die kommen am Wochenende. Und dann fragen sie mich, wo man hier gut etwas essen kann“, berichtet Crone. „Das ist schon richtiger Tourismus.“

Ob die Kunden aus der heimischen Region oder von weiter weg kommen, immer wieder hört der Landwirt zur Begrüßung die Worte: „Ich möchte wieder so einen schönen Baum wie im vorigen Jahr.“ Crone lächelt und erzählt: „Ich antworte in solchen Fällen immer: ‘Ja, warum haben sie ihn dann im Vorjahr denn weggeschmissen?’.“

Es ist wohl auch diese herzlich-humorige Art Crones, die ihm zahlreiche Stammkunden beschert. Doch da spricht ihn einer an, der gerade beim Stöbern unter den Bäumen fündig geworden ist: „Ich habe gehört, sie bieten hier noch viele andere Sachen an. Ich bin das erste Mal da.“ Der Mann verschwindet mit seiner hochschwangeren Frau im Hofladen – und ist sicher nicht das letzte Mal auf dem Dösseln.

Auch wenn es gerade Bindfäden regnet, jeder Käufer – ob Ersttäter oder Stammkunde – kann in Ruhe seinen Wunsch-Baum finden. Die Tannen stehen überdacht da. Crone verkauft die Christbäume täglich zwischen 10 und 18 Uhr – einen Ruhetag kennt er in der Adventszeit nicht.

Und jeder Baum-Käufer erhält eine Packung Weihnachtsnudeln gratis obenauf. „Der Verkauf ist nur mit der ganzen Familie möglich“, weiß Crone, für wessen Unterstützung er in seiner Hauptsaison danken muss.

„Unser eigener Baum steht dann immer in derselben Ecke in unserem Esszimmer“, erzählt Crone. Vom Wohnzimmer und somit vom Fernseher halte er den Christbaum bewusst fern. Die Glotze habe zu wenig weihnachtliches an sich, befindet er. „Geschmückt wird unser Baum stets mit Plätzchen, Strohsternen, Holz-Deko und echten Kerzen.“ Die 1,80 bis zwei Meter hohe Tanne in Crones Privat-Räumen erhält jedoch keinen Spitze, keine Kugeln und kein Lametta, verrät der Landwirt noch.

Von Michael Koll

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