Nur noch zwei Stunden Dunkelheit

Die Straßenbeleuchtung in Werdohl soll bald nur noch zwischen 1.30 und 3.30 Uhr abgeschaltet werden. - Beispielfoto

Werdohl - Bürgermeister Griebsch empfiehlt dem Rat, den SPD-Antrag zur völligen Aufgabe der Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung abzulehnen. Stattdessen schlägt die Verwaltung als Kompromiss vor, die Nachtabschaltung zwischen Mitternacht und vier Uhr um zwei Stunden zu reduzieren und die Straßen in Wohngebieten nur noch von 1.30 bis 3.30 Uhr unbeleuchtet zu lassen.

Der Rat entscheidet darüber in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 7. April.

In der Begründung des Verwaltungsvorschlags geht es zunächst um die Kosten. Die Nachtabschaltung war eine von allen Fraktionen gemeinsam beschlossene Sparmaßnahme im Rahmen der Haushaltskonsolidierung. Erhofftes Sparziel waren jährlich 21 000 Euro. Wenn eine Sparmaßnahme wegfallen soll, muss in Absprache mit der Bezirksregierung ein Ausgleich an anderer Stelle des Haushalts eingerechnet werden. Falls das nicht geschieht, ist der Haushaltsausgleich gefährdet.

In der Vorlage rechnet die Verwaltung vor, dass sich durch den Einsatz von Energiesparleuchten ab dem Jahr 2015 insgesamt 23 400 Euro einsparen ließen. 210 Hochenergieleuchten an Gemeindestraßen werden bis Ende 2014 gegen Energiesparleuchten ausgetauscht. Das bringt 8400 Euro an Einsparungen. 400 Hochenergieleuchten an Bundesstraßen werden im Laufe des Jahres 2015 ausgetauscht, hier können 15 000 Euro Energiekosten eingespart werden.

Mit diesen beiden Maßnahmen könnten rein rechnerisch die im Haushaltssanierungsplan genannten 21 000 Euro kompensiert werden, schreibt die Verwaltung. Übrigens: 7000 Euro wären einmalig nötig, um die gesetzlich vorgeschriebenen Markierungen an den nachts ausgeschalteten Straßenlaternen wieder zu entfernen.

Neu in der Debatte ist die Zahl, die Bürgermeister Griebsch gegen Ende der Vorlage mitteilen lässt: „Allerdings sind die in der Praxis erzielten Einsparungen wesentlich höher als bei Aufstellung des Sanierungsplanes 2012 angenommen. Tatsächlich kann nach den ersten Erfahrungen von einer jährlichen Einsparung von 50 000 Euro ausgegangen werden.“

Auch die politische Willensbildung fasst die Verwaltung zusammen: Die CDU-Bürgermeisterkandidatin hatte angekündigt, im Falle ihrer Wahl die Nachtabschaltung aufzugeben. Die SPD hatte dies in einem Antrag an den Rat schon für sofort gefordert. Die WBG hatte sich bei einer von ihr initiierten Informationsveranstaltung kritisch geäußert.

Nach der Kostenbestimmung und unter Berücksichtigung der Stimmungslage schlägt Griebsch vor, die Nachtabschaltung auf die Zeit zwischen 1.30 und 3.30 Uhr zu reduzieren. Dann würde sich die Stadt weiterhin im Haushaltssanierungsplan bewegen und die Sparmaßnahme wäre nicht mehr ganz so einschränkend für die Bürger. - von Volker Heyn

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