Gesellschafterin äußert sich

Noch zwei Monate bis zur Schließung: So geht es mit dem WK ab 30. Juni weiter

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WK-Warenhaus Geschäftsführer Peter Ebener und Silke Krischer-Schnückel, die geschäftsführende Gesellschafterin. Am Abend des 29. Januars hatte die Geschäftsfrau aus Unna die Belegschaft über die Schließungspläne informiert.

Werdohl – Nicht einmal mehr zwei Monate – am Dienstag, 30. Juni – dann werden die Eingangstüren des WK-Warenhauses für immer geschlossen. Wie es mit dem stadtbildprägenden Gebäude am Brüninghaus-Platz weitergeht, steht bisher allerdings noch in den Sternen.

Die geschäftsführende Gesellschafterin Silke Krischer-Schnückel erklärte auf Anfrage der Redaktion, dass sie mit einem möglichen Interessenten im Gespräch sei. „Aber das sind laufende Verhandlungen, dazu kann ich nichts sagen“, warb Krischer-Schnückel um Geduld. 

Den Werdohler Geschäftsmann Harun Cici habe sie bisher noch nicht kontaktiert, sagte die Gesellschafterin. Der 57-jährige Immobilienmakler hatte gemeinsam mit seinem Sohn und Kompagnon Hakan Cici im Gespräch mit der Redaktion sein Interesse am Kauf des großen Gebäudes und des dazugehörenden bisherigen Schuhgeschäftes bekundet. Seine Pläne hatte Harun Cici bereits grob erläutert: Seine Ziele seien, den Lebensmittelmarkt im Obergeschoss zu erhalten und im unteren Bereich ein Shop-in-Shop-System – unter anderem mit einem größeren Schuhgeschäft – zu installieren. Im bisherigen Schuhgeschäft Quick-Schuh könnte er sich die Ansiedlung eines Bäckers und eines Metzgers vorstellen. 

Krischer-Schnückel: "Alles aus der Zeitung erfahren"

„Das alles habe ich aus der Zeitung erfahren“, sagte Silke Krischer-Schnückel. Eigentlich habe sie sich daraufhin mit Cici in Verbindung setzen wollen, „aber dann ist Corona dazwischengekommen“. Die Viruserkrankung sei derzeit das alles beherrschende Thema. „Corona überschattet das gesamte Alltagsgeschäft und kostet viel Energie“, so die geschäftsführende Gesellschafterin. Vieles müsse durchdacht werden. „Denn wir wollen sehr gut vorbereitet sein, um alle Hygieneauflagen erfüllen zu können, wenn es auch im WK-Warenhaus wieder richtig losgeht.“ Finanziell sei vieles davon abhängig, dass der Abverkauf möglichst reibungslos erfolgen könne. 

Fest stehe, dass das Haus zum 30. Juni geschlossen werde. „Daran ist nicht zu rütteln“, sagte Krischer-Schnückel. Sollte die Ware bis dahin coronabedingt noch nicht verkauft sein, „werden wir uns etwas anders überlegen müssen“. 

Verkauf bleibt das vorrangige Ziel

Die Geschäftsfrau ließ auch keinen Zweifel daran, dass der Verkauf des Komplexes nach wie vor das vorrangige Ziel sei. „Ob und wann die Gespräche, die wir gerade führen, zu einem Ergebnis kommen, kann ich jetzt aber leider noch nicht sagen.“

Während einer Betriebsversammlung am Abend des 29. Januars hat die Belegschaft erfahren, dass das WK-Warenhaus Ende Juni 2020 nach 44 Jahren geschlossen werden soll. Gesellschafterin Silke Krischer-Schnückel aus Unna, geschäftsführende Gesellschafterin der WK-Warenhaus GmbH & Co. KG – sie führt auch die Modehäuser Schnückel in Unna und Bergkamen – erklärte den Mitarbeitern, dass der wachsende digitale Handel und der damit verbunde Frequenzverlust die Hauptursache für die bevorstehende Schließung zum 30. Juni seien. Die Gesellschaft habe nichts unversucht gelassen, um eine Perspektive für das Haus zu finden. Krischer-Schnückel wies auf den Rewe-Lebensmittelmarkt im Obergeschoss hin, dessen Neupositionierung mit hohen Umstrukturierungskosten verbunden gewesen sei. In diesem Zusammenhang sprach sie von „nicht unerheblichen Verlusten der letzten Jahre“. Von der Schließung sind insgesamt circa 100 Mitarbeiter betroffen. Dazu gehört auch der angestellte Geschäftsführer Peter Ebener, der schon seine Ausbildung im WK absolviert hat und dort seit seinem 14. Lebensjahr beschäftigt ist. Das WK hat etwa 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche und noch einmal 1000 Quadratmeter Fläche für Nebenräume, dazu kommt noch das Parkhaus.

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