Nur noch 15 Stellen für Ein-Euro-Jobber

Erwin Günther betreut die Ein-Euro-Jobber bei der Stadt. 2014 scheidet er altersbedingt aus, seine Stelle wird nicht wieder besetzt. Ob es dann weiterhin Ein-Euro-Jobber in Werdohl geben wird, ist unklar.

WERDOHL -   Zurzeit stellt die Stadt nur noch 15 Arbeitsgelegenheiten für so genannte Ein-Euro-Jobber zur Verfügung. Deren Beschäftigung ist lediglich bis Ende April gewährleistet. Ob es darüber hinaus noch weiter solche Arbeitsgelegenheiten geben wird, darüber müssen die Mitglieder des Sozialausschusses während ihrer Sitzung am 29. Januar beraten.

Die Zahl der Ein-Euro-Jobber ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Werdohl übernahm die Trägerschaft für solche Arbeitsgelegenheiten (AGH) im Jahre 2005. Damals wurden 60 Stellen angeboten und durch das Jobcenter mit 270 000 Euro pro Jahr gefördert. 2007 waren es sogar 89 geförderte Einsatzstellen, die mit 262 000 Euro pro Jahr unterstützt wurden. Danach sank die Zahl der Stellen stetig ab, aktuell sind es nur noch 15 Stellen mit 33 125 Euro jährlicher Förderung. Bundespolitisch wird an der Geeignetheit und Sinnhaftigkeit solcher so genannter Ein-Euro-Jobs gezweifelt, deshalb ist die Förderung der Maßnahmen so stark gesunken. Auf der anderen Seite machen die Maßnahmenbetreuer beim Werdohler Sozialamt die Erfahrung, dass die Ein-Euro-Jobber mit ihren Einsätzen sehr zufrieden sind. Trotz der geringen Zuverdienstmöglichkeit, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, wollten die meisten der Maßnahmenteilnehmer auch über die sechs Monate hinaus bei der Stadt beschäftigt bleiben. Die Maßnahmenteilnehmer hätten große Sorge vor einem Rückfall in die völlige Beschäftigungslosigkeit, das sei auch „Ausdruck dafür, dass die AGH-Projektarbeit im Verantwortungsbereich der Stadt Werdohl als sinnvoll und lohnenswert“ betrachtet werde.

Die verbliebenen 15 Ein-Euro-Jobs werden hauptsächlich im Grünpflegebereich an der Lennepromenade eingesetzt. Weil nicht immer auch 15 Personen dauerhaft einsatzfähig sind, stockt die Stadtverwaltung diese Arbeitsgruppe mit Asylbewerbern und Bürgerkriegsflüchtlingen auf.

Der Maßnahmenbetreuer Erwin Günther scheidet 2014 altersbedingt aus der Stadtverwaltung aus, seine Stelle wird im Rahmen der Haushaltssanierung eingespart. Die Trägerschaft für AGH’s wird immer nur für zwölf Monate vergeben. Die letzte Bewilligung läuft zum 31. Januar aus, eine Verlängerung konnte nur bis Ende April vereinbart werden. Ob die Maßnahme überhaupt bis zum Jahresende fortgeführt werden kann, ist noch völlig offen.

Falls das Jobcenter auch im Jahr 2014 die AGH-Trägerschaft bewilligen sollte, ist zu überlegen, ob das auch ohne die bisherige intensive personelle Betreuung sinnvoll und möglich ist.

Von Volker Heyn

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