Noch kein Käufer für den Danziger Hof

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Die ehemalige Gaststätte Danziger Hof in Pungelscheid muss aufwendig saniert werden.

Werdohl - Keinen Käufer fand der ehemalige Danziger Hof in Pungelscheid bei einem Zwangsversteigerungstermin im Amtsgericht Altena in dieser Woche.

„Der Zuschlag wird versagt wegen Nichterreichens der Fünf-Zehntel-Grenze“, verkündete die zuständige Rechtspflegerin, nachdem die Gebote weit unter dem Mindestgebot von 82 000 Euro geblieben waren. 

Ein Gutachter hatte den Verkehrswert inklusive Inventar und Kegelbahn auf 164 000 Euro geschätzt. Immerhin gab es Gebote: Sie galten allerdings vor allem dem Ziel, die Wertgrenzen beim nächsten Versteigerungstermin nach unten hin zu öffnen. 

Auftaktgebot von 40 000 Euro 

Ein Immobilienmakler machte den Auftakt mit einem Gebot von 40 000 Euro. Der Zustand des Gebäudes verschlechtere sich zusehends – ein weiterer Winter ohne neuen Besitzer würde dem von Feuchtigkeit bedrohten Haus weiter zusetzen, bemerkte er. „Da muss einiges gemacht werden.“ Den sofortigen Investitionsbedarf schätzte er auf „mindestens 100 000 Euro“. 

Doch es gab auch Positives zu berichten: Die Lage der Gaststätte sei sehr schön, die Nachbarschaft nett, und so habe die Immobilie durchaus Zukunft: „Da kann man was draus machen. Sonst wäre ich nicht hier.“ Ein zweiter Bieter zog mit 45 000 und schließlich 60 000 Euro nach und blieb damit ebenfalls unter dem Mindestgebot. Eine Vertreterin der Vereinigten Sparkasse als Gläubigerin machte zudem deutlich, dass sie einem Zuschlag in Höhe des Mindestgebotes nicht zugestimmt hätte. Sie deutete an, dass die noch minderjährige Erbin der Immobilie vor allem einen Haufen Schulden geerbt habe. Ihre Interessen müssten gewahrt bleiben. 

1964 gebaut und 1972 erweitert 

Gebaut wurde der Danziger Hof 1964, erweitert im Jahr 1972. Im Erdgeschoss befindet sich die Gaststätte mit Kegelbahn, Küche und Terrasse. Das Gutachten gibt dafür eine Gesamtfläche von 253 Quadratmetern an. Die beiden Wohnungen sind jeweils etwa 70 Quadratmeter groß. 

In der Rubrik „Bauschäden und Baumängel“ listet das Gutachten unter anderem Feuchtigkeitsschäden im Keller, überalterte Fenster und Balkontüren sowie Renovierungsbedarf in den Wohnungen auf. Immerhin ist – laut Gutachten – im Erdgeschoss bisher nur ein Abstellraum von Feuchtigkeitsschäden betroffen. Ob abgesackt oder nicht – die Deckenvertäfelung in der Gastwirtschaft würde wohl auf jeden Fall erneuert, wenn sich ein Investor der Gastwirtschaft annähme. Beim Versteigerungstermin im Amtsgericht waren es nicht nur die Interessenten, die mit Blick auf den kommenden Winter eine weitere Verschlechterung des Bauzustandes befürchteten. 

Doch einen neuen Versteigerungstermin wird es frühestens im November, möglicherweise auch erst im Dezember geben. Immerhin zeigte sich im Amtsgericht schon ein gewisses Interesse an der Immobilie.

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