Nur noch eine Viertelstelle für städtische Kulturarbeit

Reinhild Wüllner-Leisen hat nur noch eine Viertelstelle Kultur.

WERDOHL - Die städtische Abteilung Kultur hat künftig nur noch einen Stellenanteil von 25 Prozent. Wie dennoch irgendeine Art von städtischer Kulturarbeit geleistet werden kann, ist Thema im Kulturausschuss am Mittwoch, 6. November. Kulturarbeit ist eine freiwillige Aufgabe der Stadt, sie fällt im Prinzip dem Stärkungspakt Stadtfinanzen zum Opfer.

Die Verwaltung beschreibt die Situation in einer Vorlage. Ausgangspunkt des personellen Verschiebebahnhofes im Bereich der Kultur ist der schon lange angekündigte Wunsch von Abteilungsleiter Rainer Gumz, die Altersteilzeit zu nutzen. Er verlässt die Verwaltung Ende November. Zum 1. Dezember übernimmt – wie bereits berichtet – Regina Wildenburg die Abteilungsleitung. Da sie aber ihre bisherigen Aufgaben mitnimmt und die Abteilung von Gumz sich vor allem auch mit Schulverwaltung beschäftigt, bleibt hier eigentlich nichts mehr für die Kultur übrig. Michaela Förstermann, bislang mit voller Stelle in der Abteilung Kultur beschäftigt, ist bereits zum 1. Oktober in die Abteilung Ordnung und Einwohnerwesen gewechselt. Die Verwaltung schreibt hierzu: „Der damit verbundene Wegfall einer Stelle im Kulturbereich ist dem Haushaltssicherungskonzept geschuldet und im Personalentwicklungskonzept so vorgesehen.“ Die zweite volle Sachbearbeiterstelle im Bereich Kultur wurde bislang von Reinhild Wüllner-Leisen bekleidet. Sie hat bekanntlich zum 1. August ein halbe Stelle als Archiv-Sachbearbeiterin übernommen. Da sie auch noch Aufgaben im Bereich des Denkmalschutzes und der Heimatpflege hat, bleibe die Kultursachbearbeitung künftig auf eine Viertelstelle beschränkt. Vorübergehend werde Reinhild Wüllner-Leisen bis zum März kommenden Jahres von einer 450-Euro-Kraft sieben Stunden die Woche unterstützt.

Die Verwaltung fügt an, dass der schon lange laufende Stellenabbau im Baubetriebshof dieser Personalentwicklung im Bereich der Kultur entgegen komme. Bei vielen städtischen Kulturveranstaltungen war früher der Bauhof mit eingebunden. Weil es bekanntlich die Kulturbogen-Reihe nicht mehr gibt, sind auch diese Aufgaben beim Bauhof nicht mehr nötig.

Unter diesen Bedingungen sei die bisherige Kulturarbeit in Werdohl nicht mehr möglich, stellt die Verwaltung in der Vorlage fest. Dennoch solle die Gesamtorganisation der Kulturarbeit zukünftig weiter bei der Abteilung bleiben. Weiterhin sollten eigene Veranstaltungen wie das Konzert des Jugendsinfonieorchesters, die Kindertheater-Vorstellungen im Riesei und „Rock für Kids“ im Wechsel mit Plettenberg beibehalten werden. Überregionale Veranstaltungen wie „LenneLebt“ am 17. August kommenden Jahres sollen unterstützt werden. Bei Veranstaltungen mit touristischem Hintergrund werde Reinhild Wüllner-Leisen von der zukünftigen Tourismus-Sachbearbeitung unterstützt.

Kulturelle Veranstaltungen für Kinder könnten an die städtische Jugendarbeit abgegeben werden. Auch der Kulturverein „Werdohl heute“ könnte Aufgaben übernehmen, ebenso – wie jetzt schon üblich – die Stadtbücherei. Bestimmte Veranstaltungen können von der Marketing-Gesellschaft gelenkt werden.

Volker Heyn

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