Nicht nur für Jungs: Lea Langner ist Feuerwehrfrau

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Werdohl - „Mit drei Brüdern habe ich gelernt, meine Krallen auszufahren“, sagt Lea Langner. Die 20-Jährige ist seit acht Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Dass sie nur selten auf Kolleginnen trifft, macht ihr nichts aus.

Ihr beiden älteren Brüder waren der Werdohlerin bei der Hobbysuche ein Vorbild: Sie waren schon bei der Feuerwehr aktiv und als sich Lea Langner dort einmal umschaute, entschied sie, auch beizutreten. Auch ihr jüngerer Bruder ist mittlerweile Mitglied der Jugendfeuerwehr.

„Unsere Mutter wollte, dass wir etwas Sinnvolles in unserer Freizeit machen und nicht auf dumme Gedanken kommen“, sagt Langner. Deswegen sei es auch kein Problem, wenn auch mal nachts bei den drei ältesten die Pieper gleichzeitig losgehen und gleich alle Hausbewohner wecken. Das kleine Gerät hat die 20-Jährige fast immer dabei. Im Notfall wird sie damit über den anstehenden Einsatz informiert. „Am Anfang habe ich mich bei jedem Piepen gefreut“, sagt sie lachend. Mittlerweile habe sich etwas Routine eingestellt, aber spannend bleibe es trotzdem. „Auf dem Display werden ja nur Stichpunkte angezeigt und dann überlege ich auf dem Weg zum Einsatz schon, was mich da wohl erwartet.“

Die Abwechslung und die Kameradschaft gefalle ihr besonders an ihrer Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir sind wie eine Familie“, sagt sie. Dass sie die einzige Frau in ihrem Löschzug ist, sei kein Problem. „Es gibt bestimmt ein paar Kollegen, die das komisch finden, aber die meisten freuen sich, dass auch ein Mädel dabei ist.“ Kommentare gebe es natürlich trotzdem, aber da weiß die junge Frau auch zu kontern. „Wir drücken uns gegenseitig Sprüche, das ist schon ausgeglichen“, sagt sie lachend.

In der Männerwelt weiß sich die junge Frau auch beruflich zu behaupten: Sie ist im letzten Lehrjahr der Ausbildung zur Industriemechanikerin bei ThyssenKrupp VDM. Dort ist sie auch Mitglied der Werksfeuerwehr. „So lerne ich gleich doppelt“, erklärt sie. Auch wenn die Freiwillige Feuerwehr erstmal nur ein Hobby bleiben soll, will Lea Langner noch weiter kommen. Die Grundlehrgänge Atemschutz, ABC und Funk hat sie bereits gemacht. Weiter führen dann Kreislehrgänge und irgendwann der Besuch des Feuerwehrinstitutes in Münster.

Wie viele Einsätze die 20-Jährige bisher mitgemacht hat, kann sie nicht zählen. Einer der härtesten sei bisher der Großbrand bei EZM im Februar gewesen. „Ich kam erst später dazu und war bis vier Uhr morgens da. Um7 Uhr ging dann wieder der Pieper“, erzählt sie. „Das ist schon heftig, aber es ist schön zu sehen, dass man helfen kann.“ Die Freiwillige Feuerwehr ist stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „Ein paar Mädels wären nicht schlecht“, sagt Lea Langner. „Aber Jungs sind natürlich auch immer gut.“ - Von Laila Weiland

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