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„Eine Katastrophe“: Preissteigerungen für Gastronomen der nächste Tiefschlag

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Von: Carla Witt

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Dimitrios Pantelidis berichtet über eine Preisanpassung im „Fábrica“. In der Gaststätte zum Spiegel, die der Wirt ebenfalls mit seinem Bruder Theofilis betreibt, sollen die Preise jetzt nicht erhöht werden.
Dimitrios Pantelidis berichtet über eine Preisanpassung im „Fábrica“. In der Gaststätte zum Spiegel, die der Wirt ebenfalls mit seinem Bruder Theofilis betreibt, sollen die Preise jetzt nicht erhöht werden. © Heyn, Volker

Höhere Energiekosten, zum Teil deutlich höhere Lebensmittelpreise und mehr Geld für das Personal – das belastet auch die heimischen Gastronomen. Einem Kollegen aus Ratingen wollen die Werdohler Wirte aber dennoch nicht nacheifern: Der Restaurantbesitzer aus dem Kreis Mettmann hat sich dazu entschlossen, künftig drei Euro extra, sozusagen als Eintrittsgeld, von seinen Gästen zu verlangen.

Werdohl - „Wir haben unsere Preise schon angepasst“, berichtet Martin Thun, Wirt des Restaurant Thuns im Hotel Dorfkrug. Maximal zehn Prozent mehr müssten die Gäste jetzt zahlen. „Da wir die Karte ohnehin laufend überarbeiten, um unseren Gästen Abwechslung zu bieten, war das kein besonders großer Aufwand. Wir kalkulieren deshalb ja ohnehin ständig “, sagt Thun.

Der Wirt hat keine große Angst, dass die Gäste wegen der Preissteigerungen ausbleiben könnten: „In dieser Branche läuft es ohnehin nicht immer gleich. Und man kann einfach nicht genau festmachen, woran das liegt.“

Auch Dimitrios Pantelidis, der gemeinsam mit seinem Bruder Theofilis die „All Day Coffee Lunch Bar“ Fábrica und die Gaststätte Zum Spiegel betreibt, kann sich nicht vorstellen, dass sich die Werdohler von höheren Preisen abschrecken lassen: „Wer ausgehen möchte, dem ist es egal, ob er unterm Strich ein paar Euro mehr bezahlt“, ist Dimitrios Pantelidis überzeugt. Was die Menschen sehr viel stärker belaste, seien zum Beispiel die Mehrausgaben für Lebensmittel. „Der Wochen-Einkauf ist ja deutlich teurer geworden. Das tut vielen weh“, stellt der Gastronom fest.

Die Preise im „Fábrica“ seien in diesem Jahr bereits angepasst worden. „Aber die Gäste haben dafür durchweg Verständnis. Im Spiegel haben wir im 2021 erhöht und waren etwas teurer als die Konkurrenz. Deshalb werden wir dort jetzt nichts an den Preisen ändern“, erläutert Pantelidis.

Sigrid Müller vom Versevörder Hof berichtet: „Bei uns kostet das Bier jetzt 1,70 Euro – und damit sind wir ganz sicher nicht die Teuersten.“ Wer sich dort ein Schnitzel gönnen möchte, der müsse jetzt einen Euro mehr zahlen. Bisher hätten sich die Gäste aber nicht beschwert: „Es weiß ja jeder, das alles teurer geworden ist.“

Für Tomislav Lavric, Geschäftsführer des Restaurants Vier Jahreszeiten an der Dammstraße, sind die aktuellen Preissteigerungen „eine Katastrophe“. Nach der Corona-Krise könnten Gastronomen diesen erneuten Tiefschlag überhaupt nicht gebrauchen. Bisher habe er die Preise noch nicht erhöht. Viel mehr möchte Lavric aber nicht sagen: „Ich rege mich zu sehr auf.“

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