Bis Neuseeland gegraben

Freuten sich über einen Touristik-Meilenstein: die Infotafel an der Lenneplatte (v. l.): Bürgerstammtisch-Sprecher Manfred Hoh, der stellvertretende Bürgermeister Andreas Späinghaus sowie Siegfried und Jutta Gleitsmann

WERDOHL ▪ Der Werdohler Bürgerstammtisch redet, aber wenn es drauf ankommt, dann nicht lange – und schon gar nicht um den heißen Brei herum. Nur rund eine Woche habe es gedauert, erläuterte Stammtischsprecher Manfred Hoh, von der Idee bis zur Umsetzung. Schon steht (seit Freitag) an der Lenneplatte eine Infotafel. Von Michael Koll

Diese erklärt freilich nicht nur den Felsen – sondern auch den Höhenzug, die Lenneroute, das Angelgebiet, das Viadukt in Ütterlingsen sowie den Bahnhof. Am gestrigen Montagmorgen weihte Hoh die Tafel mit gut 25 Gästen feierlich ein. Die Enthüllung, welche Hoh mit dem stellvertretenden Bürgermeister Andreas Späinghaus vornahm, wurde abschließend mit einem Tropfen Enzian begossen.

Dann verriet Hoh, dass das Klettergebiet an der Lenneplatte erweitert werden soll: um die nächstgelegenen Felsen. „Bis Ende des Jahres schon“, vermutete der Stammtischsprecher werden dann den Kletterfreunden auch andere Schwierigkeitsgrade ihres Sports an der Lenne geboten.

Bald auch Klettern am Überhang in Werdohl

Denn die benachbarten Felsen bestehen nicht aus glatten Platten mit einem Steigungswinkel von weniger als 90 Grad – vielmehr wird es für Kletterer dort darum gehen, über dem Kopf befindliche Felsvorsprünge zu überwinden, sogenannte Überhänge.

Wer sich davon überzeugen will, hat schon bald Gelegenheit dazu. Der Werdohler Bürgerstammtisch lädt in Zusammenarbeit mit der SGV-Abteilung S‘Ourland und dem Deutschen Alpenverein (Ortsverein Lüdenscheid) für Samstag, 15. Oktober, zum Schnupperklettern ein. In der Zeit von 11 bis 16 Uhr wird dann auch Fred Lange vor Ort sein – und Tipps geben. Zum Ausprobieren wird dann Jedermann willkommen sein – von Klein bis Groß.

Die neue Infotafel an der Lenneplatte, die gestern der Allgemeinheit übergeben wurde, ist im Wesentlichen, so lobte Hoh, dem Einsatz der Eheleute Jutta und Siegfried Gleitsmann zu verdanken. Es wären keine städtischen Mittel für die Realisation geflossen. Stammtisch und Sponsoren brachten, so Hoh, rund 3600 Euro zusammen, um Tafel, Gestell und Betonfundament zu finanzieren.

Jetzt steht die Infotafel sicher. Dem Vandalismus wird kaum eine Chance gegeben, denn – so verriet Hoh abschließend den staunenden Gästen – „wir haben beim Einbuddeln des Gestells so tief gegraben, dass wir schon Neuseeland gesehen haben“.

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